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„Angst darf man keine haben“

Zirkus Flic Flac „Angst darf man keine haben“

Nicht einmal gebrochene Rückenwirbel können echte Zirkuskinder vom Weitermachen abhalten: Beim Zirkus Flic Flac riskieren Wagemutige aus aller Welt für eine spektakuläre Show Leib und Leben.

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Für atemberaubende Motorradstunts ist der Zirkus Flic Flac berühmt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Aufbau läuft auf Hochtouren. Dutzende Arbeiter wuchten riesige Stahlträger, langsam nimmt das Zirkuszelt auf dem Messegelände Afföller Formen an. Das Zelt ist riesig. Das Hauptzelt misst stattliche 40 Meter im Durchmesser, die Masten sind 21 Meter hoch.





 
 
 
 
 
 
 
 
 


„Den Platz brauchen wir bei unserer Show auch“, sagt Tatjana Kastein lächelnd und blickt sich in dem gigantischen Zelt um. Die 22-Jährige ist im Zirkus Flic Flac aufgewachsen, ihr Vater ist der Direktor und Gründer des Zirkusses, der von Anfang an auf Tiernummern verzichtet hat. „Elefanten und Löwen hat doch jeder, das ist langweilig“, sagt Kastein. „Tiere haben im Zirkus auch kein schönes Leben, unsere Artisten schon“, betont sie lachend.

Die rund 40 Artisten kommen aus aller Welt, sind Meister ihres Metiers. Vor allem mit den nervenaufreibenden Motocross-Stunts hat sich der Zirkus einen Namen gemacht. Im „Globe of Speed“ fahren die Motorradfahrer volles Risiko und rasen in wahnwitzigem Tempo durch eine vergleichsweise winzige Stahlkugel. Rauf, runter, kopfüber, kreuz, quer – ein kleiner Fehler könnte verheerend sein.

Sturz aus schwindelerregender Höhe vom Trapez

Doch das ist wohl Berufsrisiko, wenn man als Artist für den Nervenkitzel lebt. „Angst darf man keine haben, aber Respekt schon“, sagt Nicolai Kuntz. Der 21-Jährige weiß wovon er spricht. Vor wenigen Monaten stürzte der Artist bei einem Zirkusfestival in Moskau aus schwindelerregender Höhe vom Trapez – und brach sich dabei einen Rückenwirbel. Grund war ein technischer Defekt. „Mittlerweile geht es mir wieder gut und ich freue mich, dass ich in Marburg wieder auftreten kann“, sagt Kuntz.

Genau wie Tatjana Kastein ist er im Zirkus Flic Flac aufgewachsen. Das bedeutet ein Leben auf Achse. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Wenn wir mal länger als vier Wochen an einem Ort sind, wird mir langweilig“, betont Tatjana augenzwinkernd und ruft ihre beiden Hunde zu sich. Mit den Mischlingen Nala und Happy teilt sie sich einen Wohnwagen. „Bad, Küche, Schlaf-und Esszimmer, ich hab alles hier, was ich brauche, bin immer mit meiner Familie und Freunden zusammen und kann jeden Abend auf der Bühne das machen, was mir Spaß macht“, betont die Akrobatin.

Auch in der „Höchststrafe“ – der Jubiläumsshow zum 25-jährigen Bestehen des Zirkus Flic Flac – wird sie ihre Handstandakrobatik vorführen. Neben gewagten Motocross-Stunts und internationaler Spitzenakrobatik wird auch Slapstick fester Bestandteil der Show sein. Nervenkitzel ist garantiert.

  • Flic Flac gastiert vom 21. bis zum 30. November auf dem Messeplatz Afföller. Spielzeiten: Montag bis Freitag 20 Uhr, Samstag 16 und 20 Uhr, Sonntag 15 und 19 Uhr. Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, auf www.flicflac.de oder unter Telefon 0 18 06 / 9 99 00 02 02. Karten kosten zwischen 21,90 und 54,90 Euro. Studenten erhalten 20 Prozent Rabatt an der Zirkuskasse.

von Nadine Weigel

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