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„Angst-Raum“ soll verändert werden

Jägertunnel „Angst-Raum“ soll verändert werden

Die Polizei fahndet weiter nach dem Mann, der eine 19-Jährige nahe des Hauptbahnhofs sexuell genötigt und ausgeraubt hat.

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Der „massive sexuelle Übergriff“, wie es die Staatsanwaltschaft bezeichnet, auf die 19-Jährige ereignete sich vor dem Jägertunnel auf der zur Alten Kasseler Straße führenden Seite.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Ermittlungen laufen, Spuren werden derzeit ausgewertet, hieß es gestern von der Polizei auf OP-Anfrage.

Als Reaktion auf den sexuellen Übergriff auf die Studentin in der Nordstadt ist eine Debatte um den Jägertunnel entbrannt. Die Verbindung zwischen Alter und Neuer Kasseler Straße gilt unter Anwohnern seit vielen Jahren als eine Problemzone. „Ich hab vor wenigen Jahren noch in der Alten Kasseler Straße gewohnt und täglich diesen Tunnel benutzt. Jedes Mal hatte ich ein ungutes Gefühl dabei gehabt“, schreibt Marlene Rothärmel auf dem OP-Facebookkanal. Bruno Newel sieht das ähnlich: „Diese Unterführung ist bereits schon seit vielen Jahrzehnten als brisante Gefahrenzone bekannt.“ Es komme dort immer wieder zu Übergriffen, weshalb er etwa die Installation von Videokameras fordert.

In der Kommunalpolitik ist die Sorge um den Tunnel nicht unbekannt. Die Stadtverordnete Elke Therre-Stahl (Grüne) bezeichnet die Unterführung als „Angst-Raum“ - und in der Stadtverwaltung laufen „Planungen, den Zugang zum Jägertunnel freundlicher und behindertengerechter zu gestalten“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) in der Antwort auf eine Kleine Anfrage während der Stadtparlamentssitzung im Juli. Die Umgestaltung sei ein „langjähriges Ziel der Nordstadtentwicklung“, heißt es in der aktuellen Bauleitplanung. Ein 7,50 Meter langer Teil der Tunneldecke soll demnach abgerissen werden, allerdings betreffen alle Umbauten den Abschnitt nahe der Neuen Kasseler Straße, der Angriff auf die Studentin geschah am anderen Ende der Unterführung. Bis Ende 2018 sollen die Vorhaben abgeschlossen sein. Weitere Umbauten auch im Tunnel würde die Stadt gerne angehen, allerdings hänge das an den „finanziellen Möglichkeiten“ der Kommune und der Zustimmung des Grundstückeigentümers (Deutsche Bahn).

von Björn Wisker

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