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Angriff stößt Sicherheitsdebatte an

Jägertunnel Angriff stößt Sicherheitsdebatte an

Nach dem sexuellen Übergriff auf eine Studentin in der Nordstadt und Beschwerden über Trinkgelage rund um den Erlenring, fordert die CDU abermals die Einberufung eines „Runden Tischs Sicherheit“.

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Der Jägertunnel ist Tatort eines sexuellen Angriffs auf eine 19-Jährige geworden. Nun soll der „Angstraum“ verändert werden. Und auch am Erlenring gibt es offenbar Probleme.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Die Konservativen warnen vor „Kriminalitäts- und Gewaltschwerpunkten“ in der Universitätsstadt: Insbesondere an den Lahnterrassen vor der Mensa und rund um das Marktdreieck komme es wieder verstärkt zu Problemen. „Anwohner beklagen sich deutlich verstärkt über ausufernde Trinkgelage sehr junger Menschen“, sagt Oliver Hahn, Stadtverordneter aus Weidenhausen. Diese Feiern sorgten für „wildes Urinieren, eine gravierende Vermüllung der öffentlichen Flächen und Vandalismus“ und auch zu „tätlichen Auseinandersetzungen, die bis hin zu schwerer Körperverletzung reichen“.

Die Polizei bestätigt die zunehmende Problemlage in diesem Innenstadtbereich: „Zuletzt sind wir vermehrt dort tätig geworden, haben mehrere Leute festgenommen“, sagt Jürgen Schlick, Polizeisprecher auf OP-Anfrage. „Ausufernd“ sei die Problemlage zwar nicht, die Polizei beobachte aber, dass es wieder zunehmend Feiern und Menschenansammlungen in dem Gebiet gebe. „Wir haben da bereits ein Auge drauf und kontrollieren auch verstärkt“, sagt er. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 weist für die Kernstadt einen leichten Anstieg der Fallzahlen (4979 zu 4730 im Vorjahr) aus. Mehrere Jahre erfasste die Behörde die Entwicklung am Marktdreieck gesondert. Demnach sanken die Fallzahlen im öffentlichen Raum zwischen 2009 und 2012 von 66 auf 41 Fälle (vor allem Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl). Im nicht-öffentlichen Bereich (also etwa Wohnungen stiegen die Zahlen an).

Die CDU wirft der Stadtspitze „Tatenlosigkeit“ vor. Die Verlagerung der Ordnungspolizei von der Frauenbergstraße an den Erlenring habe „keine signifikante Verbesserung bewirken können“, sagt Dirk Bamberger, CDU-Parteichef. „Im Gegenteil, die Leute grölen und urinieren sogar direkt vor der Tür der Ordnungshüter.“

Kamera-Überwachung am Jägertunnel?

Der Stadtverordnete Jens Seipp sieht das „subjektive Sicherheitsempfinden“ der Marburger bedroht. Die Kommune müsse signalisieren, die „Klagen sowie Ängste und Sorgen der Bürger ernst nimmt“. Die Einberufung eines „Runden Tischs Sicherheit“ solle das gewährleisten. Seipp fordert die Stadtspitze zudem auf, „Angsträume deutlich zu entschärfen“, speziell den Jägertunnel - wo es am Samstag einen sexuellen Angriff auf eine 19-Jährige gab. Vor allem die Beleuchtung müsste erneuert werden, aber auch Kamera-Überwachung könne in diesem Bereich sinnvoll sein.

Zum Stand der Ermittlungen, zur Fahndung nach dem Sex-Täter in der Nordstadt gibt es seitens der Behörden noch keine Neuigkeiten.

von Björn Wisker

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