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Angeklagter streitet ab

Stromklau Angeklagter streitet ab

Weil er bei einem Nachbarn angeblich illegal Strom abgezapft hatte, musste sich ein Marburger vor Gericht verantworten.

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Marburg. Um per Überbrückung an den Stromanschluss zu gelangen, hatte der 57-Jährige durch das mehrstöckige Haus ein Kabel verlegt und im Keller an die Leitung des anderen Mieters angeschlossen. Insgesamt soll er Energie in Höhe von etwa 2500 Kilowattstunden für rund 625 Euro in seine eigene Wohnung geleitet haben. Der mutmaßliche Stromdiebstahl fiel dem Hausmeister auf. Die Staatsanwaltschaft erließ einen Strafbefehl gegen den 57-Jährigen. Dieser legte daraufhin Einspruch gegen das Verfahren und die Geldstrafe in Höhe von 800 Euro ein. Vor Gericht stritt der Angeklagte den Vorwurf des Diebstahls ab. Er gab zu, dass er das Kabel für einige Tage zwischen beiden Anschlüssen verlegte - mit dem Einverständnis des mutmaßlich Geschädigten. „Ich habe den Strom nicht gestohlen, es war immer offiziell“, betonte der 57-Jährige.

Der Mieter habe ihm großzügig erlaubt, seinen Stromanschluss mitzubenutzen, da er über die schlechte finanzielle Situation des Bekannten Bescheid wusste. Da der Nachbar einige Tage verreist war, und er keinen Zugang zu den üblichen Anschlüssen hatte, verlegte der Angeklagte für diese Zeit das Kabel und ging davon aus, dass sein Handeln wie üblich geduldet würde. Zudem sei die ermittelte Kilowattzahl deutlich zu hoch für die wenigen Tage, in denen er sich in Abwesenheit des Mieters an dessen Leitung bediente. „Ich sehe keine Straftat“, betonte auch sein Verteidiger Gunther Specht. Seit dem Verlust seines Arbeitsplatzes könne er seit zwei Jahren die Stromrechnung nicht voll begleichen, erklärte der Angeklagte. Seit dieser Zeit unterstützten ihn zwei der Bewohner des Mietshauses mit kostenlosem Strom.

Eine Bestätigung der Angaben konnte vor Gericht nicht erreicht werden, da keiner der betroffenen Mieter als Zeuge zur Verhandlung geladen worden war. Zahlreiche Vorstrafen des mutmaßlichen Stromdiebes trugen ihr Übriges zum gerichtlichen Misstrauen bei. Deshalb vertagte Strafrichter Cai Adrian Boesken die Verhandlung auf Anfang Dezember, um die beiden Mieter als Zeugen anhören zu können.

von Ina Tannert

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