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Angeklagter schweigt weiter

Aus dem Landgericht Angeklagter schweigt weiter

Der 38-jährige Mann weigerte sich weiterhin, Klarheit zu schaffen, und gab sich nur teilweise ­geständig. Zwei Zeugen konnten nur wenig zur Aufklärung beitragen.

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Der Angeklagte soll unter anderem in Frankfurt einen Reisekoffer gestohlen haben.

Quelle: Roland Weihrauch (Archiv)

Marburg. Die beiden geladenen Zeugen kamen aus Essen und wurden jeweils nur kurz angehört. Zumindest der Haftrichter, der den Angeklagten im April 2016 am Amtsgericht Essen verhört hatte, erinnerte sich stückweise - der Delinquent ist wegen weiterer Vergehen in Essen inhaftiert. „Er hat damals zugegeben, mal einen Koffer geklaut zu haben. Ein Messer habe er nie benutzt, meinte er“, erklärte der Jurist. Auch an durch Drogen verursachte Müdigkeit und Trägheit des Angeklagten vermochte sich der Haftrichter nicht erinnern. „Wenn das auffällig gewesen wäre, hätte ich das in das Protokoll aufgenommen“, führte er aus.

Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag beteuert, dass ihm aufgrund des Konsums von Beruhigungs- und Betäubungsmitteln fast jegliche Erinnerungen an den Tattag fehlen (die OP berichtete).

Der zweite Zeuge war der Dolmetscher, der für den 38-Jährigen am Amtsgericht Essen übersetzt hatte. „Ich kann mich an das Gesicht erinnern. Aber habe keine Ahnung, worum es im Detail ging“, erklärte der Essener.

Mandat gibt zu, "Handy geklaut zu haben"

Vorsitzender Richter Dr. Marco Herzog machte deutlich, dass sich der Angeklagte wegen Widerstandshandlung gegen Beamte mit einer Waffe, Diebstahl mit einer Waffe sowie Diebstahls in mindestens einem weiteren Fall auf eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und neun Monaten oder zwei Jahren und neun Monaten einstellen müsse. Eine Aussetzung zur Bewährung schloss er aus und regte eine Verhandlungspause zur Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung an. Diese blieb jedoch erfolglos.

„Mein Mandant gibt zu, in Frankfurt ein Handy geklaut zu haben. Weitere Angaben wird er aus ganz bestimmten Gründen nicht machen“, sagte Rechtsanwalt Matthias Ganser, der somit durchblicken ließ, dass sich der 38-Jährige an mehr erinnern konnte, als zum Verhandlungsauftakt behauptet.

Der Angeklagte soll im April dieses Jahres in Frankfurt einen Reisekoffer und mindestens ein Handy gestohlen haben. Darüber hinaus soll er bei seiner Festnahme durch zwei Polizeibeamte ein Messer gezogen haben, um sich im Besitz seiner Beute zu halten. Der Reisekoffer bleibt bis heute spurlos verschwunden. Bei seiner Festnahme hatte ihn der Angeklagte jedenfalls nicht dabei. In seinem Rucksack hatten die Polizisten drei Handys gefunden.

Die Verhandlung wird am heutigen Donnerstag, 8. Dezember, im Schwurgerichtssaal des Landgerichts fortgesetzt.

von Benjamin Kaiser

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