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Angeklagter entgeht nur knapp der Haft

Gericht Angeklagter entgeht nur knapp der Haft

Ein geständiger Drogendealer kam mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davon.

Marburg. Eigentlich könnte der Lebenslauf des in Marburg lebenden Angeklagten der Berufungsverhandlung unter Vorsitz von Richter Dr. Frank Oehm als Musterbeispiel gelungener Integration gelten. Der 26-Jährige war als Kind mit der Familie aus Afghanistan gekommen, hatte nach dem Realschulabschluss den Wehrdienst und eine anschließende Lehre zum Großhandelskaufmann erfolgreich absolviert und umgehend eine Stelle im Elektronikhandel erhalten.

Als die Firma allerdings 2011 insolvent ging, erlitt seine Lebensplanung einen Knick. In den folgenden Jahren handelte der Mann, der bereits im ersten Verfahren gestanden hatte, wiederholt mit Cannabis und Ecstasy, wofür er im November 2014 zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Mittlerweile schaffte der reuige Dealer allerdings den Weg zurück in ein stabiles legales Leben, gründete einen eigenen Onlinevertrieb und zahlte ein entsprechendes Lager ab. Dennoch drohte ihm rückwirkend eine Haft, da eine weitere Verhandlung wegen

Rauschgifthandels aus dem Jahr 2014 eine zweite Bewährungsstrafe von sechs Monaten ergeben hatte. „Da es bei der Zusammenlegung ohne Berufung zu einer Gesamtstrafe von über zwei Jahren und damit zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung kommen könnte, bitte ich, mit Blick auf die positive Entwicklung meines Mandanten, hier heute beide Fälle zu einer erträglichen Strafe zusammenzufassen“, so der Anwalt. Nachdem der Beschuldigte abermals seine guten Absichten beteuert und die solide Grundlage seines Unternehmens dargelegt hatte, entsprachen Staatsanwältin Sarah Antonia Otto und Richter Oehm der Berufung, so dass es bei einer Gesamtstrafe von zwei Jahren auf Bewährung blieb.

von Marcus Hergenhan

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