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Angeklagter droht Gerichtsvollzieher und Richter

Recht Angeklagter droht Gerichtsvollzieher und Richter

Amtsgericht verurteilt 51-Jährigen wegen Nötigung und Bedrohung zu Geldstrafe und Verwarnung

Marburg. Zu einer Verwarnung mit zwei Jahren Bewährungszeit und einer Geldstrafe von 120 Euro, die in Tagessätzen zu je 5 Euro zu zahlen sind, verurteilte Richter Dr. Johann Lessing im Marburger Amtsgericht am Montag einen 51-jährigen Mann wegen Nötigung und Bedrohung.

In mehreren Fällen soll sich der Angeklagte im vergangenen Jahr den Weisungen eines Gerichtsvollzieher widersetzt haben und Drohungen gegen diesen mündlich und schriftlich geäußert haben. Unter anderem weigerte er sich, eine erforderliche eidesstattliche Erklärung abzugeben und sprach die Drohung, es würden „Köpfe rollen“, gegen Bedienstete des Gerichts aus.

Außerdem schrieb er in einem Brief, der dem Gericht vorlag, bei weiteren Forderungen des Gerichtsvollziehers würde er diesem einen Besuch abstatten, nach dem er „nichts mehr fordern könnte“. Da der Angeklagte mehrfach die Angebote, das Verfahren gegen eine Auflage von Arbeitsstunden einzustellen, ablehnte, sah sich Lessing dazu gezwungen, ihn zu verurteilen.

Da sich im Laufe der Verhandlung herausstellte, dass im Falle der Nötigung kein Vorsatz bestanden habe, ließ Lessing diesen Anklagepunkt aus der Urteilsfindung raus. So erstreckte sich das Urteil auf eine zweifache Bedrohung, der sich der Mann schuldig gemacht habe. Gegen das Urteil kann der Angeklagte innerhalb einer Woche Berufung einlegen.

von Sonja Achenbach

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