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Angehörige ziehen positive Bilanz

Demenz-WG Angehörige ziehen positive Bilanz

Vor gut einem Jahr hat die Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie eine ambulante Wohngemeinschaft für neun an Demenz erkrankte Menschen am Germanenplatz eröffnet.

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Die Sprecherin der Angehörigengruppe Anja Sperling, Kreisabgeordneter Klaus Weber, Thomas Dimroth von der Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie e.V. und Dr. Petra Engel von der Stabsstelle
Altenplanung freuen sich über den Erfolg der Seniorenwohngruppe.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Die Pflege demenzkranker Senioren stellt Angehörige wie auch erfahrene Pfleger oft vor große Herausforderungen, was schließlich nach einigen Jahren oft dazu führt, dass die Betroffenen in Heimen untergebracht werden. Da sich dort aber häufig aufgrund der Isolation und der sehr fremden Umgebung die Demenz schnell verstärkt und eine persönlichere Pflege in kleineren Einheiten bessere funktioniert, werden derzeit vielerorts dezentrale Projekte angestoßen. Ein solches ist auch die Wohngruppe am Germanenplatz, die im Herbst vergangenen Jahres von der Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie eröffnet wurde.

„Es hat ein paar Monate gedauert, bis sich alle aneinander gewöhnt haben“, berichtet Anja Sperling im OP-Gespräch. „Viele der Mitbewohner, die nicht nur aus Marburg kommen, sondern von überall hierhin gezogen sind, haben vorher nie in einer WG oder eine Großfamilie gelebt und kannten diese Form des Miteinanderlebens noch nicht“, so die Sprecherin der Angehörigengruppe. Inzwischen verstehen sich die Mitbewohner aber sehr gut miteinander.

Auch für die Angehörigen sei der Anfang herausfordernd gewesen. „Keiner von uns hätte sich vorstellen können, wie viel Organisation dahintersteckt.“ Die Arbeit sei aber vor allem sehr bereichernd. „Es ist auch eine unglaubliche Entlastung für die Angehörigen, die ihre Eltern oder Partner teilweise jahrelang selbst gepflegt haben. Viele von ihnen gehen ja noch Berufen nach“, weiß Sperling, selbst Tochter einer Mitbewohnerin. Derzeit sind acht der neun Zimmer besetzt. Zusätzlich durch die von der Krankenkasse getragenen Pflege durch die Hausengel, gibt es 24 Stunden lang Betreuung durch Hilfskräfte, die zusammen mit der Miete von den Angehörigen finanziert werden. Unterstützt werden sie auch von Freiwilligen, die den Bewohnern Zeitungen vorlesen, mit ihnen Bilderbücher anschauen oder spazierengehen.

von Marcus Hergenhan und Ruth Korte

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