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Angeblicher Schläger wird freigesprochen

Gericht Angeblicher Schläger wird freigesprochen

Die Anklagepunkte körperliche Misshandlung und Drohung im Fall einer angeblichen Schlägerei am Bahnhof konnten vor Gericht nicht bewiesen werden. Im März vergangenen Jahres soll der Beschuldigte dem Nebenkläger mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihn schwer verletzt und bedroht haben (die OP berichtete).

Marburg. Wie und woher der Nebenkläger seine schweren Verletzungen erlitten hatte, konnte nicht geklärt werden. Er wurde damals mit schweren Kopfverletzungen, Schwellungen und Hirnblutungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Zudem war er eine zeitlang auf dem linken Auge blind. Der behandelnde Augenarzt bestätigte vor Gericht eine kleine Blutung unter der Bindehaut, ansonsten habe das Auge keine Auffälligkeiten aufgewiesen. Er gab an, dass die Verletzungen nicht einwandfrei einem Faustschlag oder einem Sturz zugeordnet werden können. Es sei zudem möglich, jedoch unwahrscheinlich, dass die aufgetretenen Schwellungen und Hämatome im ganzen Gesicht von nur einem einzelnen Schlag stammten.

Vorbestraft, aber nicht wegen Körperverletzung

Ein Beamter der Kriminalpolizei bestätigte, dass der Beschuldigte der Polizei bereits als mehrfacher Intensivtäter hinreichend bekannt sei. Der vorbestrafte Angeklagte sei unter anderem wegen Beleidigung und Sachbeschädigung aufgefallen und neige zu aggressiven Handlungen. Die Frage des Verteidigers, ob sein Mandant denn schon vorher wegen Körperverletzung belangt worden sei, verneinte der Zeuge.

Die Personalien des bereits im ersten Verfahren erwähnten Zeugen, der bei der angeblichen Schlägerei dabei gewesen sein soll, konnten nicht genau bestimmt und der Mann daher nicht aufgefunden werden.

In seinem Plädoyer betonte der Staatsanwalt die nicht miteinander in Einklang zu bringenden Aussagen. Zudem habe sich selbst der Nebenkläger mehrmals widersprochen. So konnte der „Sachverhalt wie angeklagt nicht erwiesen werden.“ Die Staatsanwaltschaft sprach sich daher für einen Freispruch aus.

Diesem Plädoyer schlossen sich Nebenklage und Verteidigung an. Richter Dominik Best sprach den Beschuldigten schließlich aus Mangel an Beweisen frei.

von Ina Tannert

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