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An vielen Ecken Verbesserungsbedarf

Gefahrstellen für Radler und Fußgänger An vielen Ecken Verbesserungsbedarf

Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer: Wem gehört die Straße? Zahlreiche Leser reagierten auf die OP-Berichterstattung über Gefahren und Konflikte im Straßenverkehr.

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An der Kreuzung Schulstraße/Gutenbergstraße/Wilhelmstraße treffen Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer aufeinander – verbesserungswürdig, sagen Leser.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Stören Sie Fußgänger, die beim Laufen auf ihr Handy schauen?“, wollten wir in einer online-Umfrage von unseren Leserinnen und Lesern wissen. Mehr als drei Viertel jener, die geantwortet haben, sagen: Ja das stört mich. Lediglich 23 Prozent der knapp 300 Menschen, die sich beteiligten, stört das nicht. Anlass der Umfrage war ein Bericht in der OP über Überlegungen, auf Fußwegen einen eigenen Streifen für Menschen einzurichten, die im Gehen ihr Smartphone benutzen.

„Wir haben ja wohl ganz andere Sorgen, die angepackt werden müssen und die Geld kosten“, sagt Leserin Mik Lerch-Büchner. „DAS halte ich für wirklich wichtig, und NICHT, der stetigen Präsenz der Smartphone-Generation noch mehr Futter zu geben“. Sie fordert: Handys aus im Straßenverkehr, auch auf Gehwegen – und Besinnung auf das „eigentlich Wichtige“.

„Warum müssen Fußgänger auf der Straße Musik hören und telefonieren? Warum wird es nicht einfach verboten?“ fragt Lucia Bodenhausen. Es sei grotesk, diesen Unarten ein eigenes Terrain – wie Smartphone-Streifen – anzubieten, sagt sie.

Johannes M. Becker zieht eine andere Schlussfolgerung: „Weitaus gefährlicher als das Schreiben und Lesen von SMS und anderem auf Gehwegen finde ich die Unsitte, im Verkehr mit zwei Ohrstöpseln Musik oder was auch immer zu hören – ob als Fußgänger oder Fußgängerin, ob am Steuer eines Automobils, ob gar auf dem Fahrrad.“ Dem Bedürfnis nach Flucht vor dem Verkehrslärm komme man sozialverträglich nur näher, „wenn wir aus unserer Kommune eine Fahrrad-Stadt mit generellem Tempo 30 gemacht haben.“

Gefahr an der Kreuzung in der Wilhelmstraße

Zahlreiche Reaktionen erreichten uns auch auf unseren Aufruf, besonders gefährliche Stellen für Radfahrer und Fußgänger zu nennen. Ein Leser, der nicht genannt werden möchte, berichtet von der Kreuzung Schulstraße/
Gutenbergstraße/Wilhelmstraße. Hier treffen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger auf engstem Raum aufeinander, und zwar aus drei Fahrtrichtungen. Mehrfach in der Woche komme es hier zu gefährlichen Situationen und zu Beinahe-Unfällen, berichtet unser Leser. Er schlägt eine Aufpflasterung der gesamten Kreuzung vor, um alle Verkehrsteilnehmer auf die besondere Gefährdung aufmerksam zu machen und ihre Geschwindigkeit zu verlangsamen.

Gefährdungen von Fußgängern durch Radfahrer findet man am gesamten Trojedamm/Dükerweg, berichtet Volker Blanke. „Ständiges Kreuzen von Radfahrern zwischen den Spaziergängern ist hier zumindest am Wochenende eigentlich immer zu beobachten“, schreibt er, um einzuschränken: „Wohlgemerkt, die Radfahrer können ja nichts dafür, dass ein Radweg auch auf der Flanierpromenade entlangführt.“ Beinahe-Kollisionen seien zwischen der Weidenhäuserbrücke bis zur Schützenpfuhlbrücke permanent zu beobachten. Abhilfe könne ein „vernünftiges Verkehrskonzept mit getrennten Wegen für Autofahrer, Radfahrer und Fußgängern ohne Unterbrechungen durch die Stadt in Nord-Südrichtung schaffen“.

Eberhard Fuchs meint, dass der Marbacher Weg eine besonders gefährliche Stelle in Marburg ist. „Leider wurde bei der Sanierung auf die Einrichtung eines Fahrradstreifens zu Gunsten der Fußgänger verzichtet – dies war ein Fehler, da Autos, Busse und Lastwagen nur schwer einen einzelnen Fahrradfahrer überholen  können.“

Andreas Götz führt gleich eine ganze Reihe von Beispielen auf, wo Fußgänger an engen und steilen Bereichen (Aulgasse, Langgasse, Brücke bei St. Jost) oder an Bereichen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen (Mensabrücke, Wege an der Lahn) gefährdet sind. Er meint zudem beobachtet zu haben, dass in den letzten Jahren der Anteil der Radfahrer, die an Fußgängerampeln nicht halten, immer größer geworden ist. „An Fußgängerüberwegen halten die sowieso nicht!“

von Till Conrad

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