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An Seilen und in Eimern durch den Wald

OP erfüllt Kindern Wünsche An Seilen und in Eimern durch den Wald

Es war ein Klettertag mit Hindernissen - und das nicht nur in sportlicher Hinsicht.

Wehrshausen. Bei der Aktion „Die OP erfüllt Kindern Wünsche“ stand für 20 Kinder ein Tag im Kletterwald Marburg bei der Dammühle auf dem Programm. Doch Gewitter und Unwetterwarnungen sorgten für ein zu kurzes Klettererlebnis. Daher bekommen die Gewinner in Kürze einen „Nachschlag“.

Die Quecksilbersäule des Thermometers hat sich oberhalb der 30 Grad eingependelt. Dunkle Wolken sind am Himmel zu sehen. Schwülwarm drückt die Sommerluft im Wald oberhalb der Dammühle. Dort wartet Jonathan Kunz vom Kletterwald-Team auf die Gewinner der OP-Aktion. Als die ersten Kinder mit ihren Eltern ankommen, ist in der Ferne schon leises Donnergrummeln zu hören.

Die für die Gewinner reservierten Tische füllen sich. Als alle Kinder da sind wird das Donnern langsam lauter. „Wir können den Wald innerhalb von wenigen Minuten räumen“, sagt Jonathan Kunz, als sich besorgte Eltern über die Gefahr bei einem möglichen Gewitter informieren. Noch sind alle frohen Muts, gleich mit dem Klettern beginnen zu können. Doch schon die vorgesehene Einweisung muss auf später verschoben werden: Vom Deutschen Wetterdienst kommt eine Gewitterwarnung für das Gebiet des Kletterwalds. „Wir liegen auf einem Berg, umgeben von hohen Bäumen, die mit Drahtseilen gespickt sind. Das passt nicht zusammen“, erklärt Kunz. Alle Kletterer und auch die OP-Gewinner müssen das Waldstück verlassen.

Die Gewitterfront zieht vom Lahntal kommend knapp am Kletterwald vorbei - eine knappe Stunde später als geplant können Kunz und seine Kollegen mit der Einweisung beginnen. Zunächst ziehen die Kinder die Klettergurte an. Die gibt es in allen Größen. Einige der Kinder sind bereits „alte Hasen“ im Kletterpark, waren schon auf den verschiedenen Parcours unterwegs. Dennoch müssen sie sich die Erklärungen von Jonathan Kunz mit anhören, „sonst wird nicht geklettert“, stellt er klar.

Vor allem die Sicherungshaken sind wichtig: Zwei Stück gibt es an jedem Gurt. Diese müssen gleichzeitig an den Sicherungsseilen an jeder Station eingehängt werden. „Es können nie beide gleichzeitig geöffnet werden“, sagt Kunz und demonstriert die Funktion. Denn Sicherheit ist im Kletterwald das Wichtigste.

Dann klettern alle über den Übungs-Parcours. Schon nach wenigen Minuten sitzen die Handgriffe mit den Sicherungshaken perfekt. Bastian, einer der Kleinsten im Kletterfeld, ist zunächst ein wenig ängstlich. Aber Jonathan Kunz schnappt sich eine Gruppe mit den Jüngsten und klettert mit ihnen durch den „Märchenwald“, den Parcours für die Nachwuchskletterer. Die anderen Kinder dürfen jetzt frei klettern. „Wenn ihr an einer Stelle nicht weiter kommt oder Hilfe benötigt, ruft einfach laut ,Trainer’ - dann kommt jemand und hilft euch“, gibt Kunz ihnen mit auf den Weg.

Simon freut sich besonders: Er hat Geburtstag - da ist die Tour im Kletterwald ein schönes Geschenk. „Mich würde da niemand hoch bekommen“, sagt sein Opa - für ihn seien schon seine Kirschbäume im Garten zu hoch. „Wenn die Leiter so wackelt...“, sinniert er und schaut den Kletterern leicht kopfschüttelnd zu. Die haben indes richtig Spaß - und überwinden auch ihre Ängste. Clara und Lea sind auf dem Panorama-Parcours in fünf Metern Höhe unterwegs. Sie klettern durch Seilschlingen und müssen dann in einen Eimer steigen, um zur nächsten Plattform zu gelangen.

Ein lautes „Du schaffst das!“ hallt durch den Wald

Mutig macht Lea den ersten Schritt, zieht sich auf die Plattform - der Eimer geht zurück an Clara. „Du schaffst das“, ruft sie ihrer zögernden Freundin zu. Die fasst sich ein Herz, hüpft in den Eimer und saust zur Plattform. „Das war toll“, juchzt sie.

Eine Attraktion ist auch der neu gebaute „Flitzer“. In zehn Metern Höhe ist eine Toilettenschüssel auf ein Brett montiert - und darauf sitzend geht es rasant voran. Louis ist schon etwas erfahrener. Doch auf den „Mount Everest“ hat er sich noch nicht getraut - es ist der anspruchsvollste Parcours.

Mitten im Klettern holen die Trainer jedoch die Kinder wieder aus den Bäumen - es gibt eine neue Unwetterwarnung. „Auf das Wetter haben wir leider keinen Einfluss“, sagt Jonathan Kunz, während die Kletterer warten. Um die Ausfälle zu kompensieren, hat sich der Kletterwald jedoch etwas einfallen lassen: Alle Gewinner der OP-Aktion werden noch einmal angeschrieben. Und mit diesem Brief erhalten sie an der Kasse des Kletterwalds freien Eintritt - so können sie das Versäumte nachholen.

von Andreas Schmidt

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