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Am Berg in Wehrda laufen die Bus-Motoren heiß

Tempo-30-Zone Am Berg in Wehrda laufen die Bus-Motoren heiß

Wegen der Tempo-30-Zone in Wehrda gibt es Probleme vor allem für den Busverkehr. Deswegen hat Ortsvorsteher Dirk Vaupel bei der Stadt einen Ortstermin eingefordert.

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Stadtbusfahrer müssen seit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in Wehrda häufiger abbremsen als zuvor. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Wehrda. Um realistische Voraussetzungen zu schaffen, hatten die Stadtwerke zum Ortstermin in Wehrda eigens einen Gelenkbus bereitgestellt. Er fuhr gestern zwischen 9 und 10 Uhr zweimal die gesamte Bus-Route im Stadtteil ab.

An Bord hatte er den Initiator des Termins, Ortsvorsteher Dirk Vaupel, den Leiter der Straßenverkehrsbehörde, Harald Schröder, Lothar Wähler vom Verkehrsdienst der Polizei Marburg sowie leitende Stadtwerke-Mitarbeiter.

Laut Vaupel gibt es durch die seit Anfang Juli in Wehrda generell geltende Rechts-vor-Links-Regelung große Probleme für die Stadtbusse. Deren Fahrer müssten häufiger als zuvor abbremsen, und zwar sehr oft kurz vor oder nach Haltestellen. Dies habe bereits zu Stürzen von Fahrgästen geführt.

Deshalb regt Vaupel an, eine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung in die Tat umzusetzen, die besagt, dass in Tempo-30-Zonen auf Straßen, die von Linienbussen befahren werden, Vorfahrt gewährt werden kann (die OP berichtete).

Für Vaupel ist diese Änderung „eine Sache des Willens“, wie er gestern während der Ortstermin-Sonderfahrt betonte. Der Wille, Änderungen vorzunehmen, ist auch beim Leiter der Straßenverkehrsbehörde vorhanden. Allerdings, so Schröders Fazit am Ende des Ortstermins: Die Bus-Route werde nicht generell zur Vorfahrtstraße erklärt werden, wie es Vaupel gefordert hatte. Es müsse für jede Einmündung nach einer individuellen Lösung gesucht werden.

Hans Konnerth, Leiter des Fahrdienstes bei den Stadtwerken, bestätigte, die Rechts-vor-Links-Regelung sei für die Fahrer der Stadtbusse ein Problem - „aber nicht überall“. Während der Sonderfahrt wurde deutlich: Probleme für die Busfahrer gibt es unter anderem an den Einmündungen Huteweg/Lärchenweg, Am Mühlhof/Magdeburger Straße, vor allem aber entlang der steilen Ernst-Lemmer-Straße - etwa an den Einmündungen der Brandenburger Straße und des Sachsenringes.

Eine Lösung könnte sein, dort durch das Zeichen 301 (die „Rakete“) Vorfahrt zu gewähren. Schröder sprach aber auch die Möglichkeit an, die Autos aus den einmündenden Straßen über einen abgesenkten Bordstein fahren zu lassen, was automatisch bedeutet, dass die Fahrer Vorfahrt gewähren müssen. Allerdings sei ein solcher Umbau teuerer, „als zwei Schilder aufzustellen“.

Konnerth sprach ein weiteres Problem an: Die Motoren der Busse werden bei der Bergauffahrt sehr heiß. Durch häufiges Wiederanfahren verschärfe sich dies. Um die Motoren herunterzukühlen, müssten die Fahrer diese an der Endhaltestelle etwa fünf Minuten im Stand laufen lassen, was bereits zu Beschwerden von Anwohnern geführt habe.

Die wichtigste Botschaft für die Wehrdaer nach dem Ortstermin: Es wird weiter an einer Lösung der Probleme gearbeitet - zunächst noch diesen Monat in der Verkehrs-AG, einem Zusammenschluss aus unter anderem Straßenverkehrsbehörde, Stadtwerken und Polizei.

von Michael Arndt

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