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Altern "nichts anderes als Zellteilung"

Vortrag Altern "nichts anderes als Zellteilung"

Furcht vor Krankheiten und anderen Gebrechen: "Alles Quatsch" sagten die Gesundheitsexperten in ihrer Show "Hurra! Wir werden älter!" und gaben Tipps und Gründe für einen fröhlichen, fitten Lebensabend

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Marburg. „Man ist so alt wie man sich fühlt“, heißt es in einem in die Jahre gekommenen Sprichwort. Doch genau diese positive Lebenseinstellung ins rechte Licht zu rücken, anstatt mit steigendem Alter zu stagnieren und nur noch die verbleibenden Jahre zu zählen, haben sich der Sport-Professor Ingo Froböse und der Journalist Peter Großmann vorgenommen und touren mit ihrer Show „Hurra! Wir werden älter!“ durch das Land, um mit typischen, verstaubten Klischees aufzuräumen. Veranstaltet wurde die Vortragsreihe von der DAK-Gesundheit.

Diese stellt fest: Menschen werden immer älter und bleiben länger gesund. Die Unzufriedenheit wächst jedoch bei vielen Betroffenen, je älter sie werden. Woher dieses Phänomen kommt und wie sich der Lebensabend besser und mit guter Laune gestalten lässt, zeigten Professor Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Sporthochschule Köln, und der Sportmoderator Peter Großmann, bekannt aus dem ARD-Morgenmagazin. Während ihrer Show im Auditorium des Universitätsklinikums führten sie den rund 250 Besuchern schonungslos und mit viel Humor die gängigen Klischees des Alterns vor Augen und gaben wertvolle Tipps wie sich das Leben im Alter positiv und mit mehr Genuss gestalten lässt. „Altern ist keine Krankheit“, stellte Großmann klar. „Es ist nichts anderes als Zellteilung, 60 Billionen Zellen teilen sich ständig im menschlichen Körper und halten ihn frisch.“

Je älter der Mensch wird, desto langsamer altert er

Diese „Qualitätserhaltung des Körpers“ sei doch etwas Wunderbares. Eine weitere frohe Botschaft: Je älter der Mensch wird, desto langsamer altert er.

Neben der Zeit beeinflusst vor allem der Lebensstil - Umweltbelastung, Stress, Fehlernährung oder Bewegungsmangel - den Alterungsprozess. Von entscheidender Bedeutung ist dabei vor allem die eigene Einstellung. Die Angst vor zunehmenden Krankheiten und altersbedingter Gebrechlichkeit wird völlig überbewertet, betonte Froböse.

Vorsorge sei wichtig, aber viele Menschen rennen mit steigendem Alter übermäßig oft zum Arzt, schonen sich, wo es nicht notwendig ist und gestalten ihr Leben „auf Sparflamme“, anstatt es aktiv zu genießen. Dabei sollten gerade Ältere aktiver werden, sich regelmäßig bewegen, Sport treiben und dies mit Lust und guter Laune schaffen. „Das erhöht die Lebensqualität, die Menschen haben es weitgehend selber in der Hand was sie aus sich machen“, so der Sport-Professor.

„20 Gründe, das Alternicht zu ernst zu nehmen“

Beide Referenten haben sich intensiv mit dem Phänomen des Alterns beschäftigt. Der humorvolle Vortrag entstand durch die Arbeit an dem gemeinsamen Buch „Ist es wahre Leidenschaft...oder nur erhöhter Blutdruck? - 20 Gründe, das Alter nicht zu ernst zu nehmen“. Es sei ihnen besonders wichtig mit verstaubten Klischees und übertriebener Angst aufzuräumen, sagten die bekennenden Best-Ager: „Wir wollen einfach etwas gegen die typischen Horrorvisionen des Alterns tun.“

von Ina Tannert

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