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Alter Streit geht in neue Runde

Spitzeldienst zweier Lehrer Alter Streit geht in neue Runde

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wirft weiterhin dem Leiter des Kerstin-Heims vor, zwei Lehrer in den 90er Jahren zu Spitzeldiensten aufgefordert zu haben. Dieser bestreitet dies und wehrt sich mit einer Unterlassungsklage.

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Das Kerstin-Heim auf den Neuhöfen: Seit Jahren streiten sich Heim-Leitung und Gewerkschaft vor Gericht. Es geht unter anderem um Bespitzelungs-Vorwürfe.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Vor einem Jahr noch waren GEW-Kreisvorstand und Leiter des Kerstin-Heims bereit, einen Vergleich abzuschließen. Am Montag trafen sich die beiden Streitparteien im Gerichtssaal wieder – der GEW-Vorstand hatte den von Richter Thomas Drengenberg vorgeschlagenen Vergleich letztendlich abgelehnt.

Der Zivilprozess ist noch lange nicht zu Ende, er geht nun noch weiter. Ob er von einem anderen Richter fortgeführt wird, ist noch ungewiss. Der Rechtsanwalt der GEW, Dr. Peter Hauck-Scholz, stellte am Montag einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, sodass der Prozess vorzeitig abgebrochen wurde.

Zum Hintergrund: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warf dem Leiter des Kerstin-Heims unter anderem in einem Offenen Brief im Jahr 2009 vor, in zwei Fällen in den 90er Jahren frühere Lehrer zu Spitzeldiensten im Kollegium aufgefordert zu haben.

Der Heim-Leiter bestreitet dies und hatte die GEW auf Widerruf und Unterlassung dieser Aussage verklagt. Am Montag sagte ein früherer Sonderschullehrer aus. Der 58-Jährige erklärte, er sei 1994 vom Heimleiter aufgefordert worden, Informationen aus dem Kollegium heranzutragen. „Spitzeldienste braucht man das ja nicht nennen“, habe der Leiter ihm gesagt, berichtete der Zeuge.

Drei Jahre später wurde er entlassen – im Kündigungsschreiben werden verschiedene Gründe dafür genannt.

Der Prozess wurde von mehreren Mitarbeitern des Kerstin-Heims verfolgt. „Viele Mitarbeiter sind sehr besorgt über die negativen Schlagzeilen. Unsere Arbeit wird in Misskredit gebracht. Wir sind an einem schnellen Abkommen interessiert, weil ständig uralte Sachen vorgetragen werden. Wir haben Vertrauen in die Leitung“, sagte ein Lehrer, Bernd Mönnich, der seit 17 Jahren im Heim arbeitet.

Im Anschluss an die Gerichtsverhandlung gab die GEW Marburg eine Presseerklärung ab. Sie habe damals den Offenen Brief vor einer Arbeitsgerichtsverhandlung verfasst, in dem es um die Kündigung einer Lehrerin ging.

Dieser war unter anderem vom Kerstin-Heim vorgeworfen worden, Kreide und Müllsäcke gestohlen zu haben. Die GEW ist der Ansicht, dass diese Fälle zu einer „Serie von kritikwürdigen Vorgängen“ gehöre.

von Anna Ntemiris

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