Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Altenheim: Jetzt ist die Arbeitsgruppe am Zug

Altenpolitik Altenheim: Jetzt ist die Arbeitsgruppe am Zug

Die Debatte um die Zukunft des Altenheims am Richtsberg geht weiter, auch wenn der Antrag des Seniorenbeirats im Sozialausschuss nicht behandelt wurde.

Voriger Artikel
Dunkle Geheimnisse der Oberstadt
Nächster Artikel
Seniorin krachte mit Auto in Kindergarten

Über die Zukunft des Altenzentrums am Richtsberg wird seit Jahren debattiert.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Eigentlich war der Sozialausschuss gar nicht zuständig für diesen Antrag, der nur aufgrund eines Versehens der Ausschuss-Vorsitzenden Dr. Christa Perabo (Grüne) auf die Tagesordnung gelangt war. Denn der Antrag des Seniorenbeirats für die „Einrichtung einer dauerhaften und wirtschaftlich auskömmlichen Situation“ des Altenzentrums St. Jakob am Richtsberg richtete sich an den Magistrat. Der Seniorenbeirat nahm damit sein in der Geschäftsordnung festgeschriebenes Recht in Anspruch, Anträge zu konkreten Anliegen zu stellen, die ältere Menschen betreffen. Konkret ging es in dem Antrag darum, dass auch der Seniorenbeirat den Magistrat bittet, beim zukünftigen Konzept des Altenzentrums mindestens 80 Plätze zu erhalten.

Das erläuterten auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) zu Beginn der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch. Erst wenn der Magistrat über einen solchen Antrag beraten habe, könne er an die Ausschüsse weiterverwiesen werden. Die Beratung sei aber erst in der parlamentarischen Sommerpause erfolgt.

Der Magistrat habe aber schon zuvor den Antrag des Seniorenbeirats zur Kenntnis genommen, erläuterte Vaupel. Zudem habe er bereits in der Beiratssitzung am 4. Juni aus seiner Sicht zu dem Antrag Stellung genommen. Die schriftliche Stellungnahme Vaupels lag dem Antrag im Umweltausschuss auch bei. Darin betonte Vaupel, dass bei den derzeitigen Zukunftsüberlegungen des Magistrats im Vordergrund stehe, aus den ursprünglich 139 stationären Plätzen des Altenzentrums Richtsberg einen „Mix aus 48 vollstationären Plätzen und 32 zukunftsweisenden Plätzen“ aus den Bereichen „Betreutes Wohnen“, Demenzerkrankte“, „Alter und Migration“ sowie „Generationenwohnen“ zu machen.

Neue Vorlage soll erarbeitet werden

Zudem sei auch in der letzten Sitzung des Stadtparlaments vor der Sommerpause aufgrund eines CDU-Antrags bereits ausführlich über die Thematik debattiert worden.

Sozialdezernent Vaupel erläuterte, dass der Magistrat aufgrund des Auftrags des Parlaments eine interne Arbeitsgruppe in der Stadtverwaltung damit beauftragt habe, eine neue Vorlage zum Thema „Zukunft des Altenheims am Richtsberg“ zu erarbeiten. In die Beratungen über diese Vorlage sollen sowohl die Debatte aus dem vergangenen Stadtparlament sowie auch die Argumente aus dem Seniorenbeirats-Antrag einfließen. Erst wenn die neue Vorlage erarbeitet worden sei, mache es Sinn. wieder darüber zu reden - auch in den Ausschüssen betonte Vaupel.

Diese Sichtweise konnte Tanja Bauder-Wöhr (Marburger Linke) nicht nachvollziehen. „Sie ziehen sich hier auf Formalien zurück“, kritisierte sie Vaupel und Kahle und warb dafür, dass sich der Sozialausschuss aufgrund der Brisanz des Themas und der Bedeutung für die Arbeitsplätze der Altenzentrum-Beschäftigten trotzdem sofort inhaltlich mit dem Antrag des Beirats beschäftigen sollte. Auch Winfried Kissel (CDU) erklärte, dass sich seine Fraktion nicht mit der Vorgehensweise einverstanden erkläre, den Beirats-Antrag nicht zu beraten. Trotz des Protestes von CDU und Marburger Linken wurde der Antrag dann jedoch von der Ausschuss-Vorsitzenden von der Tagesordnung abgesetzt.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr