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Alte Drahtesel finden neue Besitzer

Fahrradversteigerung beim Marburger Stadtbüro Alte Drahtesel finden neue Besitzer

Das Marburger Stadtbüro hatte zur Fahrradversteigerung geladen und viele Menschen kamen, um sich einen günstigen fahrbaren Untersatz zu besorgen. So wie OP-Praktikantin Kathrin Wollenschläger!

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Die OP-Praktikantin Kathrin Wollenschläger mit ihrem Traum-Fahrrad bei der Fahrradversteigerung, die vom Marburger Stadtbüro ausgerichtet wurde.

Quelle: Weigel

Marburg. „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten, verkauft an die Dame im gelben Shirt!“ – so oder so ähnlich schallte es am Donnerstag mehrfach durch die Leopold-Lucas-Straße. Weil mein Budget zwar klein, mein Wunsch nach einem Fahrrad aber groß war, nahm auch ich an der Fahrradversteigerung teil.

Ähnlich wie mir ging es den meisten Besuchern. „Ich will maximal 100 Euro ausgeben, sonst kann ich mir auch ein neues kaufen“, erzählte die 23-jährige Nicki aus Marburg. Auf die Frage, wie sie es so lange ohne Fahrrad ausgehalten habe, erfahre ich, dass ihres erst vor Kurzem gestohlen wurde. „Am Freitag, dem 13., direkt vor der Polizeistation.“ Da soll man nicht abergläubisch werden! „Ich hatte die Hoffnung, dass ich es hier wiederfinde.“

 

Weil dem aber leider nicht so war, mischte sie sich wie ich unter die etwa 50 Anwesenden, um die zirka 60, ordentlich aufgereihten Vehikel zu begutachten. Die Qual der Wahl war groß: Damenrad oder Mountainbike? Retro-Optik oder lieber modern? Mit Schaltung oder ohne? Mein Entschluss stand schnell fest: Das rote Damenrad sollte es sein, denn es entsprach genau meinen Kriterien: Sofortiger Einsatz ohne kostenaufwendige Reparatur. Die Rostflecken und den zerschlissene Sattel stufte ich mit Blick auf die anderen Räder als obligatorisch ein.

Und dann ging es los: Stefan Masloff, Vollziehungsbeamter der Stadt Marburg, ließ ein Fahrrad nach dem anderen nach vorne bringen und forderte mit dem Verweis auf die jeweiligen Vorzüge und lauter Stimme Gebote in 5-Euro-Schritten. Fahrrad um Fahrrad wechselte den Besitzer. Selbst für die Gefährte mit platten Reifen, fehlenden Pedalen oder schiefen Lenkern, deren Zukunft ich äußerst düster gesehen hatte, fanden sich Abnehmer.

Mein Wunschfahrrad hatte nicht nur mir gefallen: Ich bot 5 Euro, eine junge Frau erhöhte auf 10, ich auf 15 und hoffte, dass es ruhig bleiben würde...

von Kathrin Wollenschläger

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