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Alpinum wird um die Hälfte verkleinert

Botanischer Garten Alpinum wird um die Hälfte verkleinert

Im Botanischen Garten müssen einige Bereiche aufgegeben werden. Um welche es sich dabei handelt, erläutert Garten-Direktor Dr. Andreas Titze im Gespräch mit der OP. Die Murmeltiere sind jetzt schon Geschichte.

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Corinna Stroetmann ist zuständig für die Pflege der Pflanzen des Alpinums im Neuen Botanischen Garten. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Nähere Einzelheiten zum veränderten Konzept für den Neuen Botanischen Garten auf den Lahnbergen erläuterte Dr. Andreas Titze, Direktor des Botanischen Gartens der Universität, gestern auf Anfrage der OP. So wird in Zukunft der Parkcharakter eher dominieren und ein kleinerer Schwerpunkt auf die Wissenschaftlichkeit gelegt. Obwohl die hessische Landesregierung im Jahr 2013 mit einem Konsolidierungskonzept grundsätzlich den Erhalt des Neuen Botanischen Gartens in Marburg zugesichert und damit auch eine deutliche Erhöhung der Finanzierung auf Zeit verbunden hatte (die OP berichtete), geht der Personalabbau weiter voran. Somit können nicht mehr alle Teile des Gartens wie bisher gepflegt werden. Das gilt beispielsweise für das Alpinum, einen großen Freilandbereich, in dem auf mehreren Hügeln Hochgebirgspflanzen aus der ganzen Welt auf speziellem steinigen Untergrund zu sehen sind.

„Das Alpinum soll um die Hälfte verkleinert werden“, erläuterte Titze. Rund die Hälfte der Pflanzen werden dann dort künftig nicht mehr von Fachkräften gepflegt, so dass diese Arten dort über kurz oder lang nicht mehr vertreten sein würden. „Das wird aber immer noch schön aussehen“, hofft der Garten-Direktor. „Wenn wir den Garten insgesamt erhalten wollen, dann muss es Einschnitte geben“, weiß er aber.

Zudem zählt Titze zwei weitere Abschnitte des Botanischen Gartens auf, bei denen künftig gespart wird.

So wird der Frühlingswald brach gelegt werden, in dem Bäume und Frühlingsblüher zufinden sind. Außerdem soll die systematische Pflanzen-Abteilung um zwei Drittel verringert werden und die nicht mehr benötigten Flächen sollen zu einem Wiesenareal werden. Anhand der systematischen Pflanzenabteilung lernten Biologie-Studenten früher Genaueres über die verwandtschaftlichen Verhältnisse von Pflanzen.

„Der Garten vielleicht in Zukunft wegen des Personalabbaus an einigen Ecken nicht mehr so super gepflegt werden, aber die Attraktionen bleiben“, sagt Elisabeth Bohl, die Vorsitzende des Freundeskreises Botanischer Garten.

Murmeltiere Elisabeth und Philipp sind tot

Trotz aller Reduktionspläne bleiben aber noch prägende Bereiche des Botanischen Gartens auf den Lahnbergen erhalten: Das sind neben den Schaugewächshäusern beispielsweise die Farnschlucht und das Rhododendron-Wäldchen sowie die Pflanzen-Gendatenbank.

Eine andere Attraktion gibt es jedoch derzeit nicht mehr im Botanischen Garten auf den Lahnbergen zu sehen. Dabei handelt es sich um die beiden Murmeltiere Elisabeth und Philipp, die nach dem Auslaufen der Murmeltier-Forschung von Professor Gerhard Heldmaier an der Philipps-Universität seit 2006 einen Platz in einem eigens für sie angelegten Gehege im Botanischen Garten gefunden hatten. Nach Angaben von Dr. Andreas Titze sind die beiden Murmeltiere aus dem letzten Winterschlaf nicht mehr aufgewacht. Titze hofft, dass eventuell in absehbarer Zeit wieder neue Murmeltiere das Murmeltier-Gehege bevölkern werden. Zudem kündigte er an, dass auch ein Waschbären-Gehege im Botanischen Garten als kommende Attraktion in Planung sei. Zudem soll der Eingangsbereich schöner gestaltet werden. Dort soll ein Häuschen entstehen, in dem Souvenirs verkauft werden und Räume für die „Grüne Schule“ entstehen. Das sind die Pläne des Leiters des Botanischen Gartens.

In der Uni-Verwaltung wird derzeit geprüft, wie eine denkmalgerechte Eingangssituation aussehen könne. Danach könnten die Kosten ermittelt und entschieden werden, ob das Vorhaben finanziell machbar sei. Dies teilte Dr. Eckhard Diehl. Leiter des Uni-Baudezernats, der OP mit.

von Manfred Hitzeroth

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