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Allzeit bereit zum Streuen und Räumen

Winterdienst Allzeit bereit zum Streuen und Räumen

Wenn es draußen friert und schneit, sind sie im Einsatz: Mitarbeiter von DBM und Hessen Mobil sorgen dafür, dass die Straßen nicht zu Eisbahnen werden.

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Gut vorbereitet für Eis und Schnee: Das DBM-Salzlager in Marburg.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Großes Schneechaos gab es in Marburg in dieser Saison noch nicht – doch wenn der Winter mit Macht hereinbricht, sind die Marburger Winterdienste vorbereitet. Der Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM), der für die Räumung der Straßen in der Universitätsstadt zuständig ist, hat tonnenweise Streugut eingelagert: rund 1500 Tonnen Salz (Kosten: 62 Euro pro Tonne), 400 Tonnen Splitt (à 24 Euro) und 40 Kubikmeter Feuchtsalz (Magnesiumchloridlösung, à 96,50 Euro), wie Stadtsprecherin Sabine Preisler für den DBM auf Anfrage der OP mitteilt. Im vergangenen Winter seien in Marburg etwa 600 Tonnen Salz gestreut worden.

Wenn es glatt ist, wird 24 Stunden geräumt

Auch Hessen Mobil hat sich für den Winter gerüstet. Die drei Straßenmeistereien im Landkreis – Steffenberg, Marburg und Kirchhain – haben derzeit 4487 Tonnen Salz eingelagert. 504 Tonnen sind in dieser Wintersaison bereits verbraucht worden, teilte Hessen-Mobil-Sprecherin Sonja Lecher mit.

Hessen Mobil ist für den Winterdienst auf den hessischen Autobahnen, Bundesstraßen sowie den Landes- und Kreisstraßen außerhalb der Städte und Gemeinden zuständig. Zudem sorgen die Straßenmeistereien auch in den Ortsdurchfahrten für freie Fahrt.

Für die drei Straßenmeistereien sind insgesamt 20 Fahrzeuge im Einsatz, beim DBM können während der Dienstzeit je nach Wetterlage elf Fahrzeuge eingesetzt werden. Bis zu sieben Fahrzeuge sind in Marburg auch an Wochenenden und nach Dienstschluss für den Straßendienst in Bereitschaft. Wenn es glatt ist, müssen die DBM-Mitarbeiter also zu jeder Tages- und Nachtzeit streuen. „Die Bereitschaft im Straßenwinterdienst erfolgt vom 1. Dezember bis 31. März 24 Stunden sieben Tage die Woche“, teilt Preisler mit.

Auch die Mitarbeiter von Hessen Mobil sind rund um die Uhr unterwegs: „Auf Autobahnen wird grundsätzlich bei Bedarf rund um die Uhr alle zwei Stunden gestreut und alle drei Stunden geräumt, auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen von 6 bis 22 Uhr je nach Bedarf“, erklärt Lecher.

Insgesamt sind die 60 Autobahn- und Straßenmeistereien von Hessen Mobil nach ihren Angaben in einem durchschnittlichen Winter knapp 90000-mal im Einsatz. Trotzdem kann es vorkommen, dass die eine oder andere Straße mal nicht sofort geräumt ist: „Denn Räum- und Streufahrzeuge können nicht überall gleichzeitig sein – trotz optimierter Routenplanung“, erklärt Lecher. Deshalb haben die Winterdienste – sowohl bei Hessen Mobil als auch DBM – eine Prioritätenliste. „Zur Kategorie eins gehören zum Beispiel die Hauptverkehrsachsen, auf denen Buslinien fahren, die Wege zu Krankenhäusern oder zu Schulen“, erklärt Preisler für die Stadt Marburg. Erst wenn diese Straßen geräumt und gestreut sind, kommen die anderen dran: „In Kategorie zwei werden unter anderem Steilstücke bedient, in die Kategorie drei fallen zum Beispiel ebene Straßen.“ Ähnlich ist es auf den überörtlichen Straßen, die Hessen Mobil räumt: „Strecken mit hoher Verkehrsbelastung oder neuralgische Punkte werden zuerst angefahren, Parkplätze oder Verbindungsrampen eher nachrangig“, teilt Lecher mit.

Besonders schwierig zu räumen sind für DBM in Marburg die häufig engen Straßen – vor allem, wenn auch noch auf der Straße geparkt wird. Der DBM hat deshalb spezielle, kleinere Fahrzeuge, damit sie auch durch die engen Gassen der Oberstadt kommen.

Weil aber Streusalz bekanntermaßen für Pflanzen und Tiere schädlich sein kann, verwenden auch die Winterdienste nicht mehr ausschließlich Salz. „Das Thema Umwelt haben wir natürlich auch beim Winterdienst immer im Blick“, sagt Burkhard Vieth, Präsident von Hessen Mobil, laut Mitteilung der Behörde.

Im Biegen- und Südviertel wird nur Splitt gestreut

Das ist in der Stadt Marburg ähnlich: Im Südviertel und im Biegenviertel streut DBM laut Stadt ausschließlich mit Splitt. Ansonsten wird mit einem Gemisch von zwei Teilen Splitt und einem Teil Salz gestreut. Dabei wird 30 Prozent Feuchtsalz – Magnesiumchlorid-Lauge – zur besseren Haftung hinzugegeben. Weil das Salz dann nicht so stark verweht, braucht man weniger Streugut.

Hessen Mobil arbeitet ebenfalls mit 70 Prozent Salz und 30 Prozent Lauge, geht aber noch einen Schritt weiter: Bei klaren Wetterverhältnissen und leichtem Schneefall soll 100 Prozent Feuchtsalz eingesetzt werden. Das soll noch umweltschonender sein.

Die Stadt Marburg kann das bisher noch nicht machen, weil sie dafür die Fahrzeuge und die Lager technisch umrüsten müsste, teilt Preisler mit. Aber: „Es gibt Überlegungen, die neue Technik in einem Testgebiet auszuprobieren und die gesammelten Erfahrungen unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten auszuwerten.“

Kein noch so guter Winterdienst schaffe jedoch sommerlichen Straßenverhältnisse, warnt Hessen Mobil. Daher gelte für die Verkehrsteilnehmer, ihr Fahrzeug winterfit zu machen und auf angepasste Geschwindigkeit und ausreichenden Sicherheitsabstand zu achten.

von Stefan Dietrich

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