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Alltag kehrt nur langsam zurück

Terra Tech Projekt in Sierra Leone Alltag kehrt nur langsam zurück

Sierra Leone hat die Ebola-Seuche hinter sich. Das Land gilt offiziell als Ebola-frei. Die traurige Bilanz: Von 12000 Erkrankten konnten rund 4000 nicht gerettet werden. Die, die überlebten, spüren leider nicht nur Glück.

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Sierra Leone gilt mittlerweile wieder als Ebola-frei. Allein die Menschen haben die Tage, in denen sie von der Seuche bedroht waren, noch nicht vergessen.

Quelle: Leonie Dylla

Marburg. Leonie Dylla, Mitarbeiterin von Terra Tech, hielt sich zwei Wochen in Sierra Leone auf, um das Projekt „Child Friendly Schooling“ wieder anzukurbeln, das durch die Ebola-Epidemie ausgesetzt werden musste. Dabei stellte sie fest, dass es für die Menschen in Sierra Leone keinesfalls einfach ist, wieder zur Tagesordnung, zur Normalität, zum Alltag zurückzukehren. Wer überlebt hat, war lange Zeit isoliert, stand unter Quarantäne. Jetzt fehlt ihnen das Geld, das sie in dieser Zeit hätten verdienen müssen, um sie jetzt adäquat ernähren zu können.

Und als sei das nicht schon schlimm genug, werden sie von der Gesellschaft, die das Glück hatte, von Ebola nichts mitbekommen zu haben, schroff zurückgewiesen und schlicht abgelehnt. „So brauchen die Menschen, die Ebola überlebt haben, noch einmal ganz gezielte Hilfe, um mit dieser Situation nicht alleine zu sein“, sagt Christian Schmetz von Terra Tech. Vor Ort arbeitet der Marburger Verein deshalb mit verschiedenen Organisationen zusammen, um effektive Hilfe leisten zu können.

Mit dabei ist auch die lokale Organisation „Development Initiative Programme“, mit der Terra Tech auch das Projekt „Child Friendly Schooling“ stemmt. Mit ihr wurden Möglichkeiten erörtert, wie diese Menschen zurück in die Gesellschaft finden können. Jetzt mag sich der geneigte Leser fragen, wie das alles nur sein kann. „Dazu muss man wissen, dass der Aberglaube weit verbreitet ist und selbst die Elite im Land davon nicht frei ist“, sagt Schmetz.

Ebola als Fluch wahrgenommen

Ebola wird weniger als Krankheit, viel mehr als ein Fluch wahrgenommen. Und wer diesem verfällt, der kann einfach nicht mehr Teil der Gesellschaft sein. Ebola hat das gesamte Leben in Sierra Leone beeinflusst. Es ist zu Versorgungsengpässen gekommen, und auch Menschen, die am „Child Friendly Schooling“ teilgenommen haben, sind aus Angst vor Ebola geflohen. Doch Leonie Dylla hat auch positive Nachrichten aus Sierra Leone mitgebracht. Das Projekt ist wieder angelaufen.

Dabei geht es darum, an zehn Schulen in abseits gelegenen Regionen Trainingsangebote für Lehrer zu machen, wie sie eine Klasse kindgerecht und erfolgreich unterrichten können. „Teilweise sind das 17- bis 18-Jährige, die sich vor die Klassen stellen“, sagt Dylla. Ohne „Input“ seien diese dann schon überfordert. Aber wenn sie verschiedene Methoden an die Hand bekommen, mit denen sie sich dann zu helfen wissen, werden auch sie sicherer und strahlen diese Sicherheit auch auf die Klasse aus.

Hilfe richtet sich an Kinder in abgelegenen Regionen

Es geht darum, kindgerechte Lernmethoden anwenden zu können, um den Kindern die Chance zu geben, wenigstens Lesen, Schreiben und Rechnen auf hiesigem Grundschulniveau zu lernen. Denn die Kinder, die unterrichtet werden, leben in abgelegeneren Regionen des Landes. Ohne Hilfe von außen hätten sie wohl kaum Chancen auf eine schulische Bildung.

Dylla ist überzeugt davon, dass das Trainingsprogramm Früchte tragen wird, dass es sich als akzeptierte Methode für einen kinderfreundlichen Schulalltag durchsetzen wird. Mittlerweile ist ein Folgeprojekt an den zehn Schulen in Planung. Es geht dabei auch darum, eine lernförderliche Umgebung zu schaffen. Das beinhaltet auch die Bereitstellung von zusätzlichem Arbeitsmaterial für Lehrer und Schüler sowie Schulinventar wie Bänke und Tische.

  • Mehr zum Thema und andere Projekte vonTerra Tech gibt es im Internet unter der Adressewww.terratech-ngo.de

von Götz Schaub

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