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Alles ist in Bewegung

Blinden Fest Alles ist in Bewegung

Mehr als 1000 Gäste werden zum größten Fest Europas für Blinde und Sehbehinderte erwartet, das die Marburger Blindenstudienanstalt (Blista) im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens ausrichtet. Das Motto lautet: „In Bewegung“.

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Die Schüler der Klasse 5 a der Carl-Strehl-Schule der Blindenstudienanstalt zeigen die Rohversion des blindengerechten Stadion-Plans des Braille-Festivals.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. „Bunt, vielfältig und unterhaltsam“: So stellt sich Blista-Direktor Claus Duncker im Gespräch mit der OP das Marburger Braille-Festival vor, das neben dem Festakt im September einen weiteren Höhepunkt des Jubiläumsjahres der von ihm geleiteten Institution darstellt. Im Zentrum des Festivals stehen das Georg-Gaßmann-Stadion und die daran angeschlossenen Hallen.

Das Braille-Festival, das zuvor nur in Hannover und Berlin über die Bühne ging, will die Vielfalt, künstlerischer, kultureller und sportlicher Aktivitäten blinder und sehbehinderter Menschen zeigen. Möglichst viel bewegen sollen sich die Gäste, Blinde und Sehbehinderte aus ganz Deutschland sowie deren Angehörige. So soll eigens im Stadion direkt neben dem Rasenplatz ein Pool mit den Maßen zehn mal zwölf Meter aufgebaut werden, der die gefahrlose Möglichkeit zum Wassersport wie Surfen oder Kajakfahren bietet. Ein Kletterturm, eine Tretkart-Bahn oder ein Trampolin-Dome sind ebenfalls Bestandteile des Bewegungs-Konzeptes. Ein Blindenfußballturnier, bei dem die Marburger Blista-Sportler auch Teams aus dem Ausland empfangen, ergänzt das Breitensport-Programm. Viele Workshops, Lesungen aus in der nach Louis Braille benannten Blindenschrift verfassten Büchern und Konzerte runden das Festival ab.

Eröffnet wird es mit dem Finale der Tandem-Sternfahrt. Tandems, die jeweils mit einem Blinden und einem Sehenden besetzt sind, werden am Nachmittag des 1. Juli in das Stadion einfahren. Die Abendveranstaltungen richten sich vor allem an die Festivalgäste: So heißt das Motto am Freitag, 1. Juli, „100 Jahre - 100 Talente“, und darin wird das Geheimnis der „ewigen Jugend“ der Blindenstudienanstalt gelüftet. Einen Tag später, am Samstag, soll eine große Samstagabendshow im Stil der TV-Sendung „Spiel ohne Grenzen“ für Unterhaltung sorgen.

Festgottesdienst in der Elisabethkirche

Beide Veranstaltungen gehen in der großen Sporthalle über die Bühne. Am letzten Festival-Tag wird es Abends einen ökumenischen Festgottesdienst in der Elisabethkirche geben, der vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) vorbereitet wird, der das Festival mitveranstaltet und 2016 ebenfalls 100 Jahre alt wird.

Das Festival stellte die Organisatoren im Vorfeld vor die besondere logistische Herausforderungen der Unterbringung der Gäste: Jetzt sind am ersten Juli-Wochenende in Marburg und Umgebung nahezu sämtliche Hotels und Unterkünfte durch Festival-Besucher ausgebucht, erläutert Dr. Imke Troltenier, die stellvertretende ­Blista-Leiterin.

Eigens für das Braille-Festival wird ein ertastbares Modell des Stadions und des Umfelds angefertigt, das den Lageplan der Festival-Attraktionen enthält und am Eingang des Stadions aufgestellt werden soll.

Weil die blinden und sehbehinderten Gäste sich natürlich nicht so selbstverständlich in der Stadt bewegen wie die einheimischen Blista-Schüler, hoffen die Festival-Verantwortlichen jetzt noch auf mehr freiwillige Helfer aus Marburg, vorzugsweise Schüler. Deren Aufgabe wäre vor allem das Ansprechen und Führen der blinden Gäste rund um das Festivalgelände. Geboten werden den Helfern freies Essen und Trinken während des Einsatzes und eine kleine Schulung für den Umgang mit Blinden und Sehbehinderten. Information und Anmeldung: Jürgen Mai, Telefon 06421/606-104 oder per E-Mail: helfer@blista.de

von Manfred Hitzeroth

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