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Allergie-Saison hat schon begonnen

Symposium Allergie-Saison hat schon begonnen

Schlechte Nachrichten für Allergiker – die Winterpause für Pollen ist schon lange vorüber, derzeit beginnt die Erle kräftig zu blühen. Andere Frühblüher wie die Birke sowie Gräser werden in diesem Jahr ebenfalls früh folgen.

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Mit der Pollenfalle auf dem Dach des Uni-Klinikums überprüft das Allergiezentrums Hessen regelmäßig den aktuellen Pollenflug, sagt Professor Wolfgang Pfützner.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Nach einem auffällig milden Winter haben die ersten Bäume mit der alljährlichen Blütezeit begonnen, für viele Allergiker beginnt nun die Zeit der gereizten Schleimhäute, laufenden Nasen und tränenden Augen. Auch wenn es derzeit kühler wird – der Pollenflug ist in vollem Gange.

Insbesondere Anfang dieser Woche zeigte die Skala des Allergiezentrums Hessen einen deutlichen Aufschwung bei der Erle. „Da geht es jetzt richtig los, der Pollenflug ist dieses Jahr früh dran“, erklärt Sprecher Dr. Wolfgang Pfützner, Leiter der Marburger Forschergruppe Klinisch-Experimentelle Allergologie.

Schuld daran ist das milde Klima und damit eine frühe Blütezeit. Bereits um Weihnachten herum begann der Pollenflug der Hasel, dessen Phase ist mittlerweile so gut wie vorüber. Ab März muss mit dem Beginn der Birkenblüte gerechnet werden.

„Ab Oktober wird es ruhiger“

Gegen diese Pflanzengattung sind besonders viele Betroffene allergisch. Ab Mai beginnt die Zeit der Gräserpollen, die vor allem im Juni und Juli und bis in den September hinein fliegen werden. Ab August blüht der Beifuß, so wie zunehmend die eingeschleppte, nicht heimische Ambrosia mit hohem Allergiepotential.

Im Spätherbst sollte die Hochphase des Pollenfluges überstanden sein, „ab Oktober wird es ruhiger“, schätzt Pfützner. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, etwa durch einen erneuten Temperaturanstieg spät im Jahr oder wenn Gräserpollen aus dem warmen Ausland herübergeweht werden.

Als leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie betreut der Mediziner zahlreiche Allergiker, die sich der sogenannten Hyposensibilisierung unterziehen, um die Symptome der Überempfindlichkeit abzumildern oder gänzlich verschwinden zu lassen. Gefeit vor Allergien ist jedoch niemand, die Reaktion eines übereifrigen Immunsystems kann jeden treffen.

Überempfindlichkeiten nehmen kontinuierlich zu, fast 25 Prozent der Bevölkerung sind von Atemwegs-allergien betroffen – leiden regelmäßig an laufenden Nasen und gereizten Augen bis hin zu Asthma. Die größte Gruppe bilden dabei die Birken- und Gräserpollen, „das sind die Spitzenreiter“, erklärt der Allergologe. Dem folgt direkt die Hausstaubmilbe.

Wissenschaftler sind Molekülen auf der Spur

Warum Allergien überhaupt entstehen, warum manche Substanzen sehr gut verträglich sind und andere nicht, ist noch nicht abschließend geklärt. „Das wissen wir nicht so richtig“, erklärt Pfützner. Die Forschung auf diesem Gebiet sowie die Immuntherapie entwickelt sich kontinuierlich weiter, insbesondere bei der molekularen Diagnostik.

„Wir wollen eine zielgerichtete Therapie und können immer besser aufschlüsseln was genau die Allergie auslöst“, berichtet der Mediziner. Betroffene reagieren demnach nicht auf die Pflanzenpolle als Ganzes, sondern auf bestimmte Allergene oder lediglich kleinste Allergen-Moleküle in der Polle. Noch in der Entwicklungsphase ist hierbei eine mögliche Modifizierung der Moleküle, um die Therapie zu erleichtern.

Teile des Allergens könnten demnach in Zukunft so verändert werden, dass der kleine Teil des Immunsystems, der ausschließlich für diese eine Allergie zuständig ist, die Substanz quasi nicht entdeckt und dafür heruntergefahren wird, erklärt der Mediziner. Daneben wird an neuen Anwendungsformen in der Immuntherapie geforscht, etwa an einem neuartigen Pflaster statt Spritze oder Schmelztablette, um die erforderlichen Allergene zu verabreichen.

Mit diesen und anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um das Thema Allergie beschäftigt sich das fünfte Marburger Allergie-Symposium, das diesen Freitag im Congresszentrum Marburg beginnt. In diesem Jahr werden rund 180 Gäste erwartet.

von Ina Tannert

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