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Alle Lokschuppen-Investoren dürfen nachmelden

Denkmal Alle Lokschuppen-Investoren dürfen nachmelden

Das Auswahlverfahren für die Lokschuppenkonzepte in Marburg wird neu gestartet. Die abgelehnten Kauf-Interessenten sollen nun mit der Dreierbietergemeinschaft konkurrieren. Entsprechende OP-Informationen bestätigte die Stadtverwaltung.

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Die Entscheidung über die Sanierung und künftige Nutzung des Lokschuppens soll in den nächsten Wochen fallen. Nach dem Vorliegen von Neukonzeptionen wird ein Auswahlgremium am 7. September tagen und Empfehlungen aussprechen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Sowohl die Kling GmbH, die bei ihrem Konzept auf Wohnungsbau setzte, als auch der Förderverein Lokschuppen sind vom Magistrat aufgerufen worden, ihre gegebenenfalls veränderten Vorhaben abermals einzureichen. Stichtag: Freitag, 25. August.

Anfang des Monats ist ein Schreiben des Fachdienstes Stadtplanung an die Bieter gesendet worden, in dem diese auf die Möglichkeit hingewiesen werden, modifizierte Konzepte abermals einzureichen. Offizieller Grund: Den ehemaligen Konkurrenten Optik Schneider mit „Christus Treff“ und Christmann + Pfeifer (C+P) sei ein Aufschub samt Neukonzeptionierung als neue Dreierbietergemeinschaft erlaubt worden. Somit dürften die anderen Bieter jetzt auch „nachmelden“, wie es von der Stadt auf OP-Anfrage heißt.

Nach OP-Informationen halten viele Juristen das Ausschreibungsverfahren für rechtlich angreifbar. Eine Einschätzung, die den Magistrat zu dieser Teilöffnung des Bieterverfahrens - die schon nach dem geplatzten Abstimmungstermin im Juni von FDP und Linken gefordert wurde - bewogen haben dürfte.

Die Firma Kling hat jedoch ihr Interesse verloren und wird nach eigenen Angaben kein neues Angebot einreichen. Das südhessische Unternehmen zeigt sich auf OP-Anfrage vielmehr „verwundert über die Art und Weise der Ausschreibung“, man halte die Vergabekriterien für „intransparent“.

"Lediglich ein Feigenblatt"

Der Förderverein Lokschuppen arbeitet derzeit an einem Wiedereinstieg ins Verfahren - ist aber im Hinblick auf die Siegchancen skeptisch. „Lediglich ein Feigenblatt, eine Krücke zur formalen Rettung des Verfahrens zu sein und so zum dritten Mal verschaukelt zu werden, ist unsere Befürchtung“, sagt Manfred Velte, Vereinsvorsitzender. Man habe am Ursprungskonzept nur Details verändert, ­Nutzungsideen und Gebäudeoptik seien unverändert - alleine schon aufgrund der kurzen Zeit von drei Wochen, in der die Dreierbietergemeinschaft seit Ende Juni Zeit für Anpassungen, auch für die konkrete Klärung von Finanzierungsfragen, gehabt habe.

Die Ehrenamtler seien wegen des Verfahrensverlaufs „müde, abgekämpft und enttäuscht“, sagt Velte. Man werde in den nächsten Tagen eine Entscheidung über die Einreichung der Neukonzeptionierung treffen.

Die Dreierbietergemeinschaft liegt nach eigenen Angaben im Zeitplan, wird bis Ende nächster Woche die Pläne einreichen.

Angesichts der Verkaufsquerelen seit Mai fordert Denkmalschützer Hartmut Lange, dass der Lokschuppen samt Werkstattgebäude im Besitz der Stadt bleibt, die Kommune die Sanierung übernimmt und die Nutzungsaspekte von Optik Schneider, C+P und Lokschuppenverein umsetzt, für deren jeweilige Zwecke - Veranstaltungshalle, Unternehmensgründer-Büros, Erhalt der Eisenbahntradition - zur Verfügung stellt. „Die Organisation der Finanzierung, der Sanierung und Aufbau einer Verwaltung, die in die Hände der Betreiber übergehen könnte, wären Aufgaben der Stadt “, erläutert Lange. Ähnlich äußert sich auch die Lokale Agenda. Zuletzt hatte die Linke die Abkehr von der Privatisierungsentscheidung gefordert. Der Förderverein würde in so einem Fall der Stadt zur Seite stehen. „Neue Voraussetzungen, neues Spiel, alte Liebe: Uns geht es um den Erhalt des Lokschuppens, dafür kämpfen wir weiter, mit jedem, der das auch will“, sagt Velte. Eine Kooperation mit der Kommune, inklusive Einwerbung von Fördergeldern von bis zu 4,5 Millionen Euro, sei sogar die Ursprungsidee des Vereins gewesen.

Der Zeitplan: Abgabefrist am 25. August, Sitzung des Auswahlgremiums am 7. September. Ob und wann es die vom Oberbürgermeister angekündigte Bürger-Informationsveranstaltung mit Vorstellung der Neukonzeptionierungen geben wird, ist noch offen. „Weitere Schritte werden öffentlich und transparent bekanntgegeben“, heißt es vonseiten der Stadt.

von Björn Wisker

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