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Aus dem Amtsgericht

Alkohol-Fahrt kostet den Job

Aufgrund seines umfassenden Geständnisses erhält der Angeklagte in vier Monaten seinen Führerschein zurück, den er für eine neue Arbeitsstelle dringend benötigt.
Ein 21-Jähriger musste sich wegen einer Alkoholfahrt vor Gericht verantworten.

Ein 21-Jähriger musste sich wegen einer Alkohol-Fahrt vor Gericht verantworten.

© dpa

Marburg. Unter Vorsitz von Richter Dirk-Uwe Schauß ging es vor dem Amtsgericht um einen Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Einem heute 21-Jährigen aus Marburg wurde vorgeworfen, in der Nacht vom 20. auf den 21. November 2015 zweimal alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen zu haben. Zunächst fuhr er eine kurze Strecke vom Parkplatz an der Mensa aus, wobei er bereits durch eine risikoreiche Fahrweise auffiel, sodass Passanten hektisch ausweichen mussten.

Bei der zweiten Fahrt verlor der gelernte Schreiner auf dem minimal gebogenen Abschnitt zwischen Aral-Tankstelle und Ernst-Giller-Straße, etwa auf Höhe des Bahnhofs, die Kontrolle über seinen Nissan Micra, verbog ein Straßenschild und prallte schließlich an eine Hauswand. „Ich weiß heute echt nicht mehr, wie ich es geschafft habe, an der Stelle einen Fronttriebler so aus der Bahn zu schleudern, die Reifen waren halt auch runter und die Straße nass, aber ich war auch einfach nicht mehr fahrtüchtig“, räumte der geständige Unfallverursacher ein. Ein befreundeter Beifahrer wurde leicht verletzt, verzichtete aber auf eine Anzeige.

Das Straßenschild war für 375 Euro zu reparieren, am Auto entstanden allerdings Schäden in Höhe von 5000 Euro. Der Blutalkoholtest zeigte einen Promillewert von 0,6 an, womit der Beschuldigte rechtlich noch nicht völlig fahruntüchtig gewesen wäre, dafür liegt die Grenze bei 1,1 Promille.

Am schwerwiegendsten waren für den angeheiterten Fahrer die beruflichen Konsequenzen, denn eigentlich hatte er am Montag nach dem besagten Wochenende einen neuen Job antreten sollen. Der wurde ihm gekündigt, seitdem ist er arbeitslos. Eine neue Arbeitsstelle hat er jedoch in Aussicht, wofür er aber seinen Führerschein benötigt. Aufgrund des umfassenden Geständnisses und des makellosen Führungszeugnisses gab Richter Schauß dem Antrag der Staatsanwaltschaft nach, es bei einer Geldstrafe von 700 Euro zu belassen. Da der Führerschein seit November eingezogen ist, wird der junge Mann diesen binnen vier Monaten wiederbekommen, sodass das Gericht bei dem Mindestmaß von einem Jahr Führerscheinentzug blieb.

Schauß erklärte: „Durch Ihr Geständnis und Ihre ansonsten tadellose Akte wird ersichtlich, dass bei Ihnen eine gute Aussicht auf Besserung besteht, und auch die berufliche Perspektive ist ja positiv. Kümmern Sie sich nun vor Ablauf der Frist bereits rechtzeitig darum, den Führerschein wieder ausgehändigt zu bekommen, und lassen Sie in Zukunft die Finger vom Alkohol, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, das ging noch nie gut zusammen.“

von Marcus Hergenhan


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