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Aktueller Antike auf der Spur

Neue Professorin Aktueller Antike auf der Spur

Die Altphilologin Sabine Föllinger lehrt an der Uni Marburg in der Nachfolge von Professor Arbogast Schmitt Gräzistik.

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Gräzistik-Professorin Sabine Föllinger an ihrem Arbeitsplatz im fünften Stock des Turms D. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. An ihrem Arbeitsplatz im fünften Stock des Turms D der geisteswissenschaftlichen Fakultät gefällt Sabine Föllinger besonders der Ausblick auf die imposante Kulisse der Oberstadt, über der das Landgrafenschloss thront. So findet die 49-Jährige in ihrem Büro oft auch Zeit, mit dem Blick aufs Schloss Fachbücher zu lesen. Mit ihrem Mann und dem zwölfjährigen Sohn hat sie sich in Marburg seit knapp zwei Jahren gut eingelebt.

Föllingers Fachgebiet ist die antike griechische Literatur, wozu auch Werke von Philosophen wie Aristoteles oder Platon zählen. Der von Föllingers Vorgänger Professor Arbogast Schmitt entscheidend mitgeprägte gute Ruf des Lehrstuhls für Gräzistik hat sie mit beeinflusst, sich für die Stelle in Marburg zu bewerben. Als „fachlich und menschlich beeindruckend“ bezeichnete sie im Gespräch mit der OP ihren Vorgänger.

Doch sowohl in der Forschung als auch in der Lehre setzt die neue Professorin auch eigene thematische Akzente. Dazu zählt Föllinger den Vergleich von theoretischen Texten aus der Antike rund um das Thema „Ökonomie“ mit wissenschaftlichen Texten aus der Gegenwart. Wenn es beispielsweise um die Verteilung von Geld durch den Staat oder die Organisation von Arbeitsverhältnissen gehe, dann merke man die Aktualität der Werke der antiken Denker, meint Föllinger. „Bei der Auseinandersetzung mit antiken Texten und Ideen geht es mir vor allem um die Frage, wie die Inhalte weiterleben“, sagt Föllinger. Die in Karlsruhe aufgewachsene gebürtige Frankfurterin sammelte in Latinistik, Theologie und Gräzistik Studienerfahrungen an den Universitäten in Freiburg, München und Rom. Ihre 1994 veröffentlichte Dissertation trug den Titel „Das Geschlechterverhältnis in der Sicht griechischer Philosophen des 4. bis 1. Jahrhunderts v. Chr.“ Mit dem „Mythos bei Aischylos“ beschäftigte sich im Jahr 2000 ihre Habilitationsschrift. Nach Zwischenstationen in Freiburg, Mainz und Bamberg folgte sie im Wintersemester 2011/2012 dem Ruf nach Marburg.

Als positiv bewertet sie an der Uni die interdisziplinäre Zusammenarbeit, unter anderem mit Wirtschaftswissenschaftlern und Biologen, beispielsweise im neuen „Marburger Centrum Antike Welt“. Dass die Gräzistik in Marburg kein Massenfach ist, sieht sie nicht als Nachteil. „Wir haben in Marburg hochmotivierte Studierende mit einem hohen intellektuellen Niveau, mit denen man sehr intensiv arbeiten kann“, sagt sie.

von Manfred Hitzeroth

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