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Akten erschließen Flughafen-Geschichte

Archivschule Akten erschließen Flughafen-Geschichte

Archivalien des Verkehrs- und Wirtschaftsamtes der Stadt Kassel haben jetzt 19 Schüler der Marburger Archivschule in einem Findbuch erschlossen.

Marburg. „Das ist ein großes Geschenk für die Stadt Kassel“, freute sich Dr. Alexandra Lutz, Leiterin des Kasseler Stadtarchivs, bei der Übergabe des Findbuchs in den Räumen der Archivschule in Marburg. Denn in diesem Jahr findet in Kassel das Stadtjubiläum statt, und die Erschließung der Akten kann für viele Regionalhistoriker und Heimatforscher wichtig sein.

Beispielsweise für den Verein der Kasseler Eisenbahnfreunde. Denn ein Teil der bisher unerschlossenen Akten betrifft die Vergangenheit der Kasseler Industriebahn, erläutert Dr. Dominik Haffer, der als Dozent der Archivschule den Kurs zur Archivalien-Erschließung leitete.

Neben Daten zum Bau der Bahn in den Jahren 1905 und 1906 finden sich in den Akten des Archivs auch zahlreiche Fotografien, die beispielsweise zeigen, wie die Bauarbeiter gekleidet waren und welche Werkzeuge sie zum Bau der Bahn verwendeten. Das erläuterte Archivschülerin Lena Wormans bei der Präsentation der Archivalien.

Spannend ist das Archiv auch in Sachen Flughafen-Historie, wie die Archivschüler feststellen konnten. Und das bezieht sich nicht nur auf die noch relativ kurze Geschichte des umstrittenen Regionalflughafens Kassel-Calden.

Die Geschichte geht noch weiter zurück bis in die 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts. „Damals gab es in Kassel-Waldau von 1924 bis 1929 einen Flughafen. Dort konnte man unter anderem bis nach Prag oder nach Amsterdam fliegen“, berichtet Archivschüler Matthias Märkle. Zum Aktenbestand zählen beispielsweise europäische Luftverkehrskarten, auf denen auch detailliert die damals natürlich viel längeren Flugzeiten verzeichnet sind. Durchaus von ganz aktuellem Interesse könnten die Unterlagen über die Planungsgeschichte des Flughafens Kassel-Calden sein. In den Aufsichtsratsprotokollen, die einige Jahrzehnte zurückreichen, geht es um so interessante Themen wie Landegebühren oder die Bekämpfung von Fluglärm aber natürlich auch um die Probleme bei der Finanzierung. Die Archivalien stammen aus den Jahren 1897 bis 1993. Unter anderem geht es auch um Themen wie die Gestaltung des Kasseler Hauptbahnhofes, die Planung und Genehmigung der Wilhelmshöher Festspiele sowie die Kanalisierung und Schiffbarmachung von Fulda und Werra für ein deutsches Großschifffahrts-Projekt.

177 Archivkartons, die insgesamt 18 laufende Regalmeter einnehmen, haben die angehenden Archivare bearbeitet, so dass sie jetzt über das von ihnen erschlossene Findbuch besser zugänglich gemacht wurde.

Sie gehören allesamt dem 49. Fachhochschulkurs an der Archivschule Marburg an. Insgesamt dauerte die Verzeichnungsübung, in deren Rahmen das Findbuch erstellt wurde, von September bis Dezember 2012.

von Manfred Hitzeroth

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