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„Agenten“ für Freiheit und Frieden

Internationale Sommeruniversität „Agenten“ für Freiheit und Frieden

61 internationale Teilnehmer versuchen, die größten Krisen und Konflikte der Erde aus wissenschaftlicher Sicht zu analysieren und Regelungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

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Die Teilnehmer der Internationalen Sommeruniversität, die vier Wochen lang in Marburg tagt.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. „Ich hoffe, dass Ihr, wenn Ihr nach den vier Wochen nach Hause geht, als ‚Agenten‘ versucht, den Gedanken an Freiheit und Frieden weiterzugeben“, sagte zur Eröffnung der Internationalen Sommeruniversität (ISU) der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Amnon Orbach. „Manchmal haben wir unterschiedliche Meinungen, aber wir können dennoch Freunde sein“, ergänzte Dr. Hamdi Elfarra von der muslimischen Gemeinde in der Universitätsstadt. Und weiter: „Werdet Freunde.“

Genau das wollen viele der Menschen tun, die während der ISU für vier Wochen in Marburg zusammenkommen. Sie wollen neue Freunde finden, aber vor allem viel über die aktuellen Krisenherde lernen und mögliche Regelungen erarbeiten. 61 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Staaten besuchen derzeit Marburg, darunter fast alle aus dem außereuropäischen Ausland und viele aus den USA oder dem Nahen Osten. Die Lehrenden der Seminare kommen bis auf zwei Deutsche ebenfalls aus dem Ausland.

Zum Oberthema „Business, Politics and Conflicts in a Changing World“ (zu Deutsch: Handel, Politik und Konflikte in einer sich ändernden Welt) belegen 61 Teilnehmende Seminare in Englisch und Deutsch. Darüber hinaus werden die jungen Leute täglich zweistündige Deutsch-Kurse buchen und auch Leistungsüberprüfungen absolvieren. Die Sommer-Uni „sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, erklärte Raphael Peter, der die ISU koordiniert.

"Ich liebe Schlösser"

Mehrheitlich sind die Teilnehmer Studenten, meist der Politikwissenschaft, die durch die Teilnahme an der Sommeruni sogenannte ECTS-Punkte (European Credit Transfer System = Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen) sammeln können. Sie haben die Möglichkeit, diese für ihr jeweiliges Studienfach anrechnen zu lassen. Darüber hinaus wird es einen Ausflug nach Frankfurt und nach Kassel geben, um die beiden geschichts­trächtigen und besonderen Städte Hessens kennenzulernen sowie eine dreitägige Reise nach Straßburg, das als eine der wichtigsten Städte der Europäischen Union das Europäische Parlament beheimatet. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernehmen Dr. Johannes Becker, Koordinator des Zentrums für Konfliktforschung, und die Koordinatorin des Zentrums für Nah- und ­Mittelost-Studien, Dr. Leslie Tramontini.

Marwan Almhri (24) und Salim Basowid (21), beide aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, haben sich für Marburg entschieden, weil ihre Uni eine Partnerschaft mit der Philipps-Universität pflegt und sie neben neuen Freunden auch die deutsche Sprache kennenlernen wollen.

Die 21-jährige Ashleigh Kotula aus Perth (Australien) habe sich binnen zwei Stunden spontan für Marburg entschieden, als sie gesehen hatte, dass die Stadt ein Schloss hat. „Ich liebe Schlösser“, so die Australierin. Die Kanadierin Kimberly Esau (23) kann bereits gut Deutsch sprechen, hat auch Verwandte in der Bundesrepublik und als ihr Bruder, der vor zwei Jahren die Marburger Sommeruni kennenlernte, Marburg vorschlug, war für sie klar, in die Universitätsstadt zu kommen. Auch Rachel Green aus Philadelphia wurde angeworben. Eine Lehrerin, die in Marburg studiert haben soll, habe Green das Projekt empfohlen.

Neben Marburg bieten die Unis in Gießen, Frankfurt, Kassel und Fulda Sommeruniversitäten an.

von Yannic Bakhtari

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