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Agendagruppe für Verkehrsversuch

Elisabethstraße Agendagruppe für Verkehrsversuch

Nach der Aufregung um die zunächst geplatzte Sperrung der Elisabethstraße für den motorisierten Individualverkehr schlägt die Agendagruppe Verkehr versöhnlicheTöne an.

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Vom Wehrdaer Weg geradeaus in die Elisabethstraße: Diese Straßenführung soll nach dden Verkehrskonzepten für die Elisabethstraße bald Geschichte sein.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Wir halten die Zahlen des Verkehrsplanungsbüros für seriös“, sagte Wolfgang Schuchardt, einer der beiden Sprecher der Agendagruppe. Die waren Grundlage für die Entscheidung des Magistrats, von der Sperrung der Elisabethstaße zunächst Abstand zu nehmen und stattdessen „nur“ in der westlichen Bahnhofstraße, der Robert-Koch-Straße und der Bunsenstraße einen Zweirichtungsverkehr einzurichten.

Ein entscheidendes Argument für diese Überlegung: Die Kreuzung Bahnhofstraße/Robert-Koch-Straße/Rosenstraße würde tendenziell überlastet und könnte die heute vier Fußgängerüberwege nicht mehr verkraften.

Schuchardt akzeptiert diese Berechnungen im Prinzip. Seine Co-Sprecherin Dorothee de la Motte ergänzt im Gespräch mit der OP allerdings, dass die Verkehrsplanung in diesem Fallnicht berechnet habe, dass bundesweit die Zahl der Neuzulassungen an Pkw abnimmt und der Öffentliche Personennahverkehr sich wachsenden Zuspruchs erfreut.

Dennoch können beide mit der vom Magistrat favorisierten Verkehrslösung leben - unter einer, allerdings entscheidenden Bedingung: „Wir setzen auf einen Verkehrsversuch, bei dem die Elisabethstraße für einen bestimmten Zeitraum für den motorisierten Individualverkehr gesperrt wird“, sagt de la Motte.

Die Agendagruppe Verkehr verspricht sich von einem solchen Versuch zweierlei:

Erstens soll getestet werden, ob der Zweirichtungsverkehr für Busse - prognostiziert werden bei einem solchen Modell etwa 60 Busse pro Stunde - tatsächlich der Aufenthaltsqualität in der Elisabethstraße und rund um die Elisabethkirche so abträglich ist, wie es die Stadt vermutet. De la Motte erinnert an andere Stellen in der Stadt, in der Begegnungsverkehr von Bussen auch in engen Straßen funktioniert - in der Georg-Voigt-Straße am Ortenberg beispielsweise

Zweitens gehen Schuchardt und de la Motte davon aus, dass eine zeitlich begrenzte geänderte Verkehrsführung dazu führen würde, dass das Nordviertel insgesamt weniger vom Durchgangsverkehr betroffen wäre. Heute würden sich viele Autrofahrer aus Richtung Lahntal und Wehrda eher durch den Wehrdaer Weg und die Elisabethstraße quälen, statt die bequeme und oft schnellere Stadtautobahn zu nehmen. Die „direttissima im Kopf“ nennt de la Motte dieses Phänomen und hofft, dass ein Verkehrsversuch viele Autofahrer dauerhaft dazu bringen würde, sich ihren Weg nicht mehr durchs Nordviertel zu bahnen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) steht dem Vorschlag der AG Verkehr nicht ablehnend gegenüber. Er hatte schon auf der öffentlichen Veranstaltung im März davon gesprochen, nach der Einrichtung des Zweirichtungsverkehrs in Bahnhofstraße, Robert-Koch-Straße und Bunsenstraße die Sperrung der Elisabethstraße einmal „auszuprobieren“.

Zahlen von Verkehrsplanern seien das eine, wie sich Verkehre tatsächlich entwickeln, aber das andere, sagte Vaupel. Vor einer Sperrung müssten aber auf jeden Fall die Voraussetzungen geschaffen werden: Lenkung des Verkehrs über die Robert-Koch-Straße und die Bunsenstraße und die daraus folgende Notwendigkeit, auch Deutschhausstraße und Biegenstraße für die neue Verkehrsführung umzugestalten.

„Ob man das nun einen Verkehrsversuch oder einen Test nennt, das spielt keine allzu große Rolle“, sagte Vaupel.

Das Stadtparlament soll das neue Verkehrskonzept noch vor der Sommerpause endgültig beschließen.

von Till Conrad

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