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Agenda fordert 3500 Sozialwohnungen

Wohnungsnot in Marburg Agenda fordert 3500 Sozialwohnungen

Lokale Agenda fordert, Studenten-Apartments im Südviertel mit Sozialwohnungen auf dem Richtsberg zu tauschen.

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Wohnungsnot in Marburg: Die Lokale Agenda rechnet vor, dass in den kommenden Jahren zusätzlich 3500 neue Sozialwohnungen entstehen müssen.

Quelle: Dieter Assmann

Marburg. „Wir haben zur Zeit nicht den Eindruck, dass unsere Vorschläge zum Thema sozialer Wohnungsbau überhaupt Gehör finden.“ Werner Girgert ist nicht zufrieden damit, wie Stadt mit dem Thema umgeht.

Das Kernproblem sieht Girgert dabei bereits in der Methode, mit der die Stadtregierung den Bedarf an Sozialwohnungen zu messen gedenkt. „Die von InWis im Auftrag der Stadt ermittelten Zahlen basieren auf erfassten Klicks auf Immobilienscout, anderen älteren Studien und ein paar Expertengesprächen,“ erklärte Girgert. „Die wirklich belastbaren Zahlen vom Zensus liegen nach Jahren immer noch nicht vor.“

Girgert bezieht sich in seinen Projektionen auf die Wohnungsanalyse des renommierten Pestel-Instituts. Die Studie zeige, dass Marburg mindestens 3500 neue Sozialwohnungen brauche.

Bernd Gökeler und Gerhard Haberle pflichteten Girgert bei, „man muss eigentlich sogar von eher höheren Zahlen ausgehen, denn Marburg hat einen größeren Bedarf als der Hessen-Durchschnitt.“ Die Mitglieder der Agenda sind nicht davon überzeugt, dass die Stadt das Thema entsprechend würdigt, „Bürgermeister Kahle sagte noch 2012, in Marburg gebe es kein Wohnungsproblem,“ so Haberle.

Die Vorschläge der Agenda fänden bei der Stadt kaum Gehör, so Girgert. Als ein Beispiel dafür nannte er den Bau von immerhin 300 neuen Sozialwohnungen, die dazu noch barrierefrei sein sollen. „Hier hat die Stadt sich beteiligt und zeigt sich auch engagiert, was natürlich auch sehr von uns geschätzt wird, aber wir sind unzufrieden mit dem geplanten Bauplatz.“ Dieser wird voraussichtlich an den Richtsberg anschließen, was für die größtenteils älteren oder auch in ihrer Bewegung eingeschränkten Bewohner nicht ideal ist. „Unser Vorschlag war, hier mit einem geplanten Studentenwohnheim im Südviertel zu tauschen, die jungen Leute sind ja mobil und die eingeschränkten Bewohner der Sozialwohnungen, könnten die zentrale Lage sicher besser gebrauchen.“

Hinzu komme, dass auch die Barriefreiheit nicht so recht festgelegt zu sein scheint, MS-Patient Gökeler bemerkte dazu: „Mittlerweile ist davon die Rede, dass ein Teil der Wohnungen nur barrierearm sein sollen, das ist als Begriff aber natürlich eher schwammig.“

Allgemein besteht bei den Mitgliedern der Agenda der Eindruck, dass die Stadt bei dem Thema sozialer Wohnungsbau wenig Initiative zeigt. „Es sei politisch nicht gewollt, dass in Marburg die GeWoBau selbst aktiv neuen Wohnraum schafft,“ erklärte Girgert, „aber auch bei den Fragen nach einer lokalen Mietpreisobergrenze oder einer Sozialwohnungsquote kommt nichts.“

Agenda kritisiert Rodung auf dem Vitos-Gelände

Kritik gab es auch an der Umsetzung der geplanten Umgestaltung des Vitos-Geländes. Die dort ansässige Psychiatrie wird sich wohl verkleinern und damit mehr als die Hälfte des etwa 30 Hektar großen Geländes abstoßen. „Hier wurde uns von Seiten des Bürgermeisters Kahle ein transparenter Planungsprozess versprochen, bislang haben wir davon aber wenig mitbekommen,“ kritisierte Haberle. Verärgert zeigten sich auch einige Mitglieder darüber, dass auch viele der großen Bäume auf dem Gelände gegen den Willen des Forstamts gerodet werden sollen. Haberle und seine Mitstreiter sind sich einig: „Wenn aber nun schon dieses parkähnliche Kleinod, dass von vielen Familien genutzt wird, entfallen muss, dann sollte dieses Bauvorhaben zumindest genutzt werden, um hier sozialen Wohnungsraum zu schaffen.“

von Marcus Hergenhan

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