Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
AfD bietet Liste zum Kreistag

Kreistagswahl 2016 AfD bietet Liste zum Kreistag

Wenn im März im Zuge der Kommunalwahlen auch der neue Kreistag gewählt wird, werden die Wähler bei den Vorschlägen drei Veränderungen gegenüber 2011 vorfinden.

Marburg. Ralf Laumer, Wahlleiter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, hat weder eine Liste von den Republikanern noch von der Anarchistischen Pogopartei Deutschlands (APPD) vorliegen. Hingegen wird erstmals die Alternative für Deutschland (AfD) mit einer Liste antreten. Des Weiteren bewerben sich CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, die Freien Wähler und auch wieder die Piratenpartei.

Anders als bei Landtags- und Bundestagswahlen müssen die antretenden Parteien und Gruppierungen nicht eine Fünf-Prozent-Hürde überspringen, um im Kreistag vertreten zu sein. Wie viele Mandate erzielt werden, wird über die sogenannte Hare-Niemeyer-Methode ermittelt. Danach wird die Anzahl der Sitze mit der Zahl der erzielten Stimmen multipliziert und dann durch die Gesamtstimmenzahl geteilt. Das Ergebnis nennt sich Quote, und diese zeigt die Anzahl der Mandate auf. Zahlen hinter dem Komma spielen dabei auch eine Rolle, wenn noch Restplätze zu vergeben sind, erhalten jene den Zuschlag, die die höchsten Nachkomma-Reste besitzen.

Wahlkampf verspricht Spannung

Das bedeutet, wer mehr als ein Prozent erreicht, hat dann auch einen Platz im Gremium sicher. 2011 reichten der Piratenpartei 1,37 Prozent für einen Vertreter, die Republikaner kamen auf 1,55 Prozent und ebenfalls einen Vertreter. Allein die APPD blieb mit 0,31 Prozent dann doch draußen.

Der Kreistags-Wahlkampf verspricht trotz der gegenwärtigen Koalition von SPD (30 Sitze) und CDU (27 Sitze) spannend zu werden. Denn jetzt können die Wähler sagen, was sie von dem Koalitionswechsel nach der Landratswahl halten. Ob sie es so besser finden als Schwarz-Grün, und wenn ja, wen sie innerhalb der neuen Koalition lieber vorne sehen möchten. Durchaus können sie aber auch eine neue - sprichwörtliche - Alternative wählen, denn der AfD-Kreisverband Marburg-Biedenkopf hat für den Kreistag 2016 bis 2021 eine Liste gemeldet. Interessant wird auch werden, ob die Grünen (13 Sitze) in ihrer neuen Rolle als Oppositionspartei vielleicht neue Kräfte mobilisieren können, und ob die FDP (2 Sitze) weiterhin Kleinstfraktion bleibt oder sich trotz zusätzlicher AfD-Konkurrenz etwas verbessern kann.

Schlussendlich geht es auch für die Freien Wähler (3 Sitze) und Die Linke (4 Sitze) um die Möglichkeit der Einflussnahme auf die Kreispolitik. Denn nur wer im Kreistag ist, kann seine Themen per Antrag in den Sitzungen zum öffentlichen Thema machen.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg