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„Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge“

Verwundert über das Konzept der Rhön-Klinikum AG zum Erwerb von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ist Dr. Hartmut Hesse, Vorsitzender der Ärztegenossenschaft „Prävention in Marburg“ (PriMa).
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Die Rhön-Klinikum AG ist 95-prozentiger Eigner des Klinikums und plant die Ausweitung des ambulanten Sektors.

© Archivfoto

Marburg. Dr. Christoph Straub, Vorstandsmitglied des 95-prozentigen Uni-Klinikums-Eigners Rhön, hatte zur Begründung des MVZ-Konzeptes gesagt, dass so die Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung deutlich verbessert werden sollte (die OP berichtete). „In Marburg haben wir verglichen mit anderen Regionen eine hohe Facharztdichte. Das bedeutet, dass aus unserer Sicht die ambulante Versorgung bereits gut funktioniert“, sagt Hesse der OP. Mit der 2008 gegründeten Ärztegenossenschaft „PriMa“ vertritt er mehr als 220 niedergelassene Fach- und Hausärzte im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Gerade wegen der besseren Verzahnung des ambulanten und stationären Sektors sei man mit der Leitung des Klinikums regelmäßig im Gespräch. Es gelte, die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und nicht neue Strukturen zu schaffen. Hesse befürchtet vor allem, dass in einem MVZ des Uni-Klinikums deutlich weniger Patienten behandelt würden als in der Praxis eines niedergelassenen Facharztes. „Im überwiegenden Falle arbeiten die Ärzte in so einem MVZ nicht mehr selbstständig und müssen nicht mehr das wirtschaftliche Risiko tragen“, erläutert Hesse. Das wirke sich dann aber in der Regel auch negativ auf die Motivation der Ärzte aus.

Am Beispiel der Neurologie machte Hesse deutlich, dass dieses aber auf Kosten der Versorgung der Patienten gehen könne. So wolle Rhön jetzt bereits den dritten neurologischen Kassenarztsitz erwerben und habe dann schon drei Viertel aller neurologischen Kassenarztsitze in der Region Marburg inne. Hesse vermutet aber im Gegensatz zur Ärzte-Initiative „Notruf 113“ nicht, dass Rhön eine Monopolstellung im ambulanten Sektor anstrebe. Vielmehr gehe es dem privaten Krankenhauskonzern darum, auch in Marburg die „Schlüssel-Praxen“ zu erwerben. „Dabei geht es momentan wohl eher um Bonusmaximierung“, so seine Vermutung, denn er sieht bei Rhön derzeit „keine planvolle Strategie“. Aber er weist darauf hin, dass die niedergelassenen Ärzte in Marburg diese „Aufkauf-Politik“ mit großer Sorge sehen und wirbt stattdessen bei den Rhön-Verantwortlichen um eine Verbesserung der Zusammenarbeit.

von Manfred Hitzeroth

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.


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  • Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge Renate Hartwig – 13.03.10
    Wie bitte Herr Dr. Hesse? Verwundert ist jeder informierte Bürgerpatient über Ihre Verwunderung! Als Vorsitzender einer Ärztegenossenschaft müsste Ihnen doch bekannt sein, dass sogar Dr. Köhler in seiner Funktion als Kassenärtliche Bundesvereinigung mit Herrn Pföhler von der Rhön Kliniken AG eine Kooperation für die ambulante Versorgung eingegangen ist. Erschreckend Ihre Aussagen über den Vorteil von MVZ was Ärzte betrifft. Aufgrund Ihrer Aussagen und Ihrer Funktion scheinen die Lockangebote von Rhön in Marburg&Gießen zu fruchten.Nur eins vergessen Sie bitte nicht: Wir informierte Bürgerpatienten wollen in der Gesundheitsindustrie weder Ware sein, noch mit unseren Krankheiten zur Gewinnmaximierung für Rhön Aktionäre vermarktet werden!
    Reate Hartwig Bürgerschulterschluss e.V.
  • Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge Naiv – 13.03.10
    Es ist sicher falsch zu glauben, der Konzern könne in seinem MVZ mit einem Arztsitz nicht so viele Patienten behandeln, wie ein niedergelassener, selbstständiger Facharzt! Der Konzern realisiert das Flussprinzip ,im Sinne von Industrialisierung des Gesundheitswesens! Er kann also ohne Probleme den Sitz im Schichtdienst rund um die Uhr besetzen und ich denke, wenn der angestellte Facharzt keine sich wirtschaftlich lohnende Niederlassungsmöglichkeit mehr hat, wird der Konzern schon Möglichkeiten haben, den Arzt zu motivieren...
    Ich denke Prima u sein Vorstand sind auf dem Holzweg und sollten sich in der Tat besser informieren, bevor man so
    einen Unsinn im Interview von sich gibt!
  • Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge Peter M. – 13.03.10
    Der Vorstand von Prima ist ja dümmer, als die Polizei erlaubt! Es ist , wenn man sich bei der überregionalen Presse informiert, klar was die Zielsetzungen der Rhön-Ag sind. Von Konzeptlosigkeit des Konzerns keine Spur!
  • Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge Frieder – 11.03.10
    Über diesen Artikel und über die Ärzte-Genossenschaft Prima, bin ich schlicht entsetzt! Die Qualtätseinbuße seit der Privatisierung ist offensichtlich für jeden Patienten und für jeden Angehörigen! 250.000 Überstunden haben sich seit der Privatisierung beim Pflegepersonal und ärztlichen Personal angesammelt.. wieviel Stellen in diesen Bereichen fehlen, kann man sich ausrechenen.

    Das das Personal überfordert ist, und nun auch noch bei einer dünnst besetzten Personaldecke, die Überstunden abfeiern soll, kann man sich ohne nachzudenken vorstellen.

    Das da der pflegebedürftige,kranke Mensch der auch Zuwendig und Ansprache durch den behandelnden Arzt zur Heilung benötigt, auf der Strecke bleibt ist klar. Die tägliche Körperpflege ist auf ein Minimum reduziert oder fällt ganz aus
    Von gleichgebliebener Qualität keine Spur!!
    Wenn ich Ihnen gutes unterstelle Herr Hesse, hören Sie Ihren Patienten nicht zu, wenn ich Ihnen böses unterstelle, denke ich an einen schwarzen Koffer von Rhön.....
  • Ärzte sehen Aufkauf-Politik mit großer Sorge Halbwissen! – 11.03.10
    Zwar hat Hesse mit seiner Sorge sehr Recht, ist aber leider über die aktuelle Situation Marburgs und was die Bestrebungen der Rhön-Ag angeht nicht gut inforiert!
    Zum einen sind die neurologischen Sitze bereits seid Anfang Februar 2010 an den Konzrn verkauft und zum andren gehört es zum Konzept der Rhön-Ag, was man auch überall nachlesen kann, die flächendeckende, regionale ambulante Versorgung zu erlangen!
    Nicht umsonst wird ein Herr Straub für ein Millionen Jahresgehalt beim Konzern eingestellt, um den ambulanten Sektor zu erschließen und zu bearbeitn. In einem Strategiepapier heißt es, dass es darum geht, den Niedergelassenen Marktanteile abzuehmen.
    Ich hoffe die Prima Ärtze informieren sich zukünftig etwas besser und setzen sich vielleicht etwas intensiver damit aueinander, bevor sie mit Halbwissen an die Öffentlichkeit gehen!

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