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Ältere Semester geben Orientierung

OE-Woche Ältere Semester geben Orientierung

Gestern ist an der Universität die Orientierungswoche gestartet. Tausende Erstsemester erkunden eine Woche vor dem Semesterstart die Stadt.

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Erstsemester des Faches Deutsch als Lehramt an Gymnasien besuchten gestern den Sprachatlas (großes Foto). Viele neue Erstis erkunden in dieser Woche die Marburger Uni.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Stundenplan-Basteln ist ein schwierigeres Geschäft als man so denkt. Zumindest gilt das an der Uni. Alle Abiturienten, deren Stundenplan sich an der Schule fast von selbst machte, müssen nämlich umdenken. „So gibt es bei den Lehramtsstudenten häufig Überschneidungen von Kursen“, erklärt Student Imre Günther von der Fachschaft Germanistik eine der möglichen Tücken.

Zudem ist es für die angehenden Studenten auch wichtig, dass sie sich am Studienanfang nicht zu viele Kurse aufbürden, denn sie brauchen mehr Zeit als in der Schule für die Vor- und Nachbereitung. Um alle Aspekte einzuarbeiten, gehört also Stundenplan-Basteln bei den Orientierungseinheiten aller Fächer mit dazu.

Damit die universitären Neuankömmlinge gut auf den Uni-Alltag vorbereitet werden, erhalten sie in dieser Woche eine Einführung durch „ältere Semester“. Mehrere hundert studentische Teamer kümmern sich um die Neuen.

„Es gibt an der Uni viel weniger vorgegebene Strukturen“, erläutert Studentin Allegra Schumacher dem entscheidenden Unterschied zwischen der Universität und der Schule.

Nette Leute und viel Spaß

„Mir hat die OE einiges gebracht. Ich habe nette Leute kennengelernt und hatte auch Spaß“, erinnert sich Günther, der jetzt als Teamer aktiv ist. An der Uni Marburg sind die Fachschaften für die Organisation der Woche verantwortlich, finanziert werden die Auslagen vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta), erklärt Ulrikka Richter von der Zentralen Allgemeinen Studienberatung (ZAS). Sie ist auch dafür verantwortlich, studentische Teamer zu schulen.

Eine der Teamerinnen ist Sabine Simon. Die erfahrene Gruppenleiterin studiert Deutsch auf Lehramt für Gymnasien im neunten Semester und kennt den Fachbereich 09, die besten Lernorte und schönsten Studententreffs „aus dem Effeff“. Rund 150 Studenten fangen in diesem Herbst in ihrem Hauptfach neu an. Ihre Erfahrung gibt Sabine Simon in dieser Woche gemeinsam mit zahlreichen anderen freiwilligen studentischen „Oldies“ aus allen Fachbereichen an die neugierigen Anfänger weiter.

Gut gelaunt zog die rund 20-köpfige Gruppe gestern durch die Philosophische Fakultät, die Mensa und durch die Oberstadt. Viele der neuen Studenten haben noch keine Wohnung oder Zimmer in Stadtnähe gefunden und müssen daher weitere Strecken mit Bus und Bahn zurück legen, um an Vorlesungen und Seminaren teilnehmen zu können.

Stundenplanbasteln und nützliche Tipps

So auch Erstsemesterin Jana Schumacher aus Battenberg. Die 19-Jährige hat keines der begehrten Studentenzimmer in Marburg ergattern können. Sie hatte von vornherein wenig Hoffnung überhaupt irgendeine Bleibe zu finden. „Es ist schon weithin bekannt, dass Marburg wenig freien studentischen Wohnraum übrig hat“, erzählt Jana. Das wurde letzte Woche durch die Veröffentlichung einer Wohnraumstudie gestützt.

Schumacher hofft wie viele ihrer Studienkollegen darauf, in den kommenden Semestern Kontakte zu knüpfen und irgendwann mit Bekannten in eine WG ziehen zu können. Bis dahin muss sie täglich längere Fahrtstrecken in Kauf nehmen. Im Moment störe sie das noch nicht allzu sehr. Hauptsache sie kann ihre Wunschfächer, Deutsch und Englisch auf Lehramt für Gymnasien, studieren. „Ich mag Sprachen sehr, das Studium ist genau das Richtige für mich“, sagt sie

In einem neuen Heft der Uni erhalten alle Studienanfänger unter der Überschrift „Neu an der Uni Marburg“ Tipps zum Thema Leben und Studieren in Marburg. Und in der OE gibt es neben Stundenplanbasteln auch noch weitere praktische Hinweise für den Studienalltag wie die richtige Benutzung der Uni-Bibliothek.

Sehr beliebt sind zu Beginn jedes Semesters auch die Stadtrallyes. Sie führen an markante Orte der Stadt wie das Schloss, den Marktplatz oder die Elisabethkirche sowie an wichtige Stellen der Universität wie das Zentrale Hörsaalgebäude. So können Stadt und Uni spielerisch erkundet werden.

Dort werden dann in Kleingruppen mehr oder weniger alberne Spiele absolviert, die auch dem gegenseitigen Kennenlernen dienen. In den vergangenen Jahren waren diese Spiele auch oft mit dem Trinken von hochprozentigem Alkohol verbunden. Vertreter der Fachschaften und die Uni-Leitung hoffen darauf, dass sich das maßlose Trinken in diesem Jahr in Grenzen hält.

von Manfred Hitzeroth und Ina Tannert

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