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Abschied mit „gemischten Gefühlen“

Frank Gotthardt Abschied mit „gemischten Gefühlen“

Elf Jahre, in denen sich viel getan hat - in derPartei und in Frank Gotthardts Privatleben. Familiengründung, Ausstieg aus der Landespolitik und jetzt auch noch Rückzug vom Kreisvorsitz. Die OP hat Frank Gotthardt zur aktuellen Entwicklung befragt.

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Frank Gotthardt: Nach elf Jahren an der Spitze der Kreis-CDU gibt er am Samstag sein Amt ab.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. OP: Herr Gotthardt, wie fühlt sich der bevorstehende Abschied an nach elf Jahren als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands?

Frank Gotthardt: Den kommenden Samstag sehe ich mit gemischten Gefühlen: Auf der einen Seite freue ich mich auf mehr Zeit für die Familie, auf der anderen Seite haben mich der Kreisvorsitz und die damit verbunden Aufgaben, Termine und Gespräche immer mit Freude erfüllt.

OP: Was haben Sie in dieser Zeit für den Kreisverband erreicht, was haben Sie gelernt durch Ihre Aufgabe?

Gotthardt: Die CDU auf Kreisebene ist in dieser Zeit ein stabiler und zuverlässiger Partner für die Bürger, aber auch ein berechenbarer Ansprechpartner für die anderen Parteien gewesen. Das ist aber natürlich nicht die Leistung eines Kreisvorsitzenden, sondern die Leistung aller Mitglieder - vom ehrenamtlichen Mitglied im Ortsbeirat bis zum Hauptamtlichen. Gelernt habe ich viel. Das Wichtigste ist, anständig und menschlich miteinander umzugehen und verlässliche Verbindungen einzugehen. Das gilt aber sicherlich nicht nur für die Politik, sondern für alle Lebensbereiche. Dankbar und froh bin ich, die Partei personell, organisatorisch und finanziell in gutem und geordnetem Zustand an einen guten Nachfolger übergeben zu können.

OP: Wie betrachten Sie die teils schwerwiegenden Konflikte, die es in den vergangenen Monaten in der CDU gab und welche Lösung schlagen Sie vor?

Gotthardt: Die Debatten waren sicherlich nicht immer einfach und glücklich und haben auch mich einige Zeit gekostet. Trotzdem war es mir immer wichtig, dass gewisse Formen und Regeln des Umgangs gerade auch in der CDU beachtet werden. Aber genauso wenig, wie eine gelbe Karte in einem Fußballspiel die Bundesliga an sich in Frage stellt, werden die Debatten der letzten Wochen etwas an der guten Zusammenarbeit in unserer Partei ändern.

„Die Debatten waren notwendig“

Ganz im Gegenteil, eine gelbe Karte ist manchmal notwendig, damit Regeln eingehalten werden und das Spiel attraktiv bleibt. Insofern glaube ich, dass die Debatten notwendig waren - auch wenn ich nicht leugne, dass es mir manchmal lieber gewesen wäre, nicht alle Details dank gut informierter Journalisten auch in der Zeitung lesen zu können.

OP: Was müssen die heimischen Christdemokraten und Machtkämpfe und den Umgang miteinander noch lernen?

Gotthardt: Im Hessischen gibt es den schönen Spruch „es geht den Menschen wie den Leuten“. Menschen, die in Parteien tätig sind haben ihre Stärken und Schwächen, so wie alle anderen auch - mich ausdrücklich eingeschlossen. Aber es sind eben keine anderen Menschen als diejenigen, die in Vereinen, Kirchen oder Bürgerinitiativen tätig sind. Deshalb kann ich auch keinen besonderen „Lern-“ oder „Nachholbedarf“ erkennen. Wenn sich jeder ein wenig mehr für die gemeinschaftlichen als für die Eigeninteressen einsetzt, sind wir als Partei und als Gesellschaft aus meiner Sicht auf sehr gutem Wege.

OP: Was wünschen und empfehlen Sie Ihrem Nachfolger?

Gotthardt: Thomas Schäfer kenne ich schon seit so vielen Jahren, dass ich nicht glaube, ihm hier öffentlich etwas empfehlen zu müssen. Er weiß, was er macht und er wird das mehr als gut hinbekommen. Gerne wünche ich ihm aber etwas. Er möge an der Spitze der Kreis-CDU die gleiche Freude und Erfüllung finden, wie vor ihm schon Walter Wallmann, Fritz Bohl und ich. Er möge die Partei mit Weitsicht und Fingerspitzengefühl in die Zukunft führen.

nAm Samstag ab 10 Uhr hält die CDU im Bürgerhaus Roth ihren Kreisparteitag ab. Im Mittelpunkt steht die Vorstandswahl. Dr. Thomas Schäfer soll Frank Gotthardts Nachfolger werden, Tobias Meyer aus Breidenbach der Stellvertreter. Gastredner beim Parteitag ist Ministerpräsident Volker Bouffier.

von Carina Becker

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