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Abkürzung ist jetzt sicher für Amphibien

Kreisstraße 42 Abkürzung ist jetzt sicher für Amphibien

Die Kreisstraße 42 ist zwischen Ronhausen und Argenstein immer noch stark befahren. Das zeigte sich bei der Einweihung der Schranken, die Kröten und Molche auf der Laichwanderung schützen.

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Ließen die Schranke fallen: Jelena Langer (UNB LK, von links), Reinhard Eckstein (Nabu), Petra Schöck (UNB LK), Marian Zachow, Brigitte Dietz, Peter Eidam, Monika Fett (UNB LK), Ortrud Simon (UNB Marburg), Ulla Eichhorn-Stullich, Reinhold Katzer (beide Nabu), Dr. Franz Kahle.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Beim Schließen der Schranke auf der Ronhäuser Seite der Kreisstraße 42 stellte Weimars Bürgermeister Peter Eidam fest: „Unsere Schranke ist länger.“ Denn wer an dieser Schranke wirklich vorbei will, kommt bislang auch noch vorbei. Erst ein Stein soll den übrigen Teil der Straße versperren, während die Schranke nachts in Zeiten der Krötenwanderung heruntergelassen wird.

Dafür wird Brigitte Dietz sorgen. Die Anwohnerin in der Nehe-Mühle hat sich ehrenamtlich bereit erklärt, die Schranken in der Zeit von voraussichtlich Mitte Februar bis Mitte April morgens zu öffnen und abends herunterzulassen.
Bei strömendem Regen haben der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, Peter Eidam und Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle die neue Schranke in Betrieb genommen. Und bei dem Ortstermin festgestellt, es herrscht noch reger Verkehr auf der K 42 zwischen Ronhausen und Argenstein. Viele Autofahrer nutzen die Verbindung als Abkürzung gegenüber der B 3. Mindestens fünf Mal mussten die Schrankenwärter auf Zeit den Weg für Autos freimachen. „Wir nehmen jetzt Maut hier“, scherzte Zachow, als sich eine Mercedesfahrerin erkundigte, was los sei. Der Scherz kam bei ihr nicht so gut an – sie beschwerte sich im Gegenzug  über den schlechten Zustand der Straße, die nur teilweise geteert ist.

Sicherer Weg ins Laichgewässer

Den Kröten machen die Schlaglöcher wohl nichts aus. Sie können nun zumindest nachts sicher die Straße queren, wenn sie sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer machen. Bis zu 60 Tiere kamen in vergangenen Wandernächten auf den 600 Metern der K 42 ums Leben. „Amphibien gehören zu den weltweit bedrohten Tieren. Die Schranke ist ein ganz praktischer Beitrag zum Erhalt dieser Arten“, hielt Petra Schöck von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises (UNB) fest.

Bereits in den vergangenen Jahren wurde die Straße zur Laichwanderung zunächst mit Schildern, dann mit mobilen Schranken von 19 bis 6 Uhr gesperrt. Weil sich viele Autofahrer nicht an diese Sperrung hielten, wurde beschlossen, Schranken bei Ronhausen und Argenstein zu errichten. Insgesamt rund 2.200 Euro wurden dafür fällig. Diese Kosten teilen sich Landkreis und die Stadt Marburg.

von Philipp Lauer

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