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Ab Juni geht es um den Preis der Stromnetze

Stromnetze Ab Juni geht es um den Preis der Stromnetze

Amöneburg, Lohra und Weimar: das sind die drei Kommunen im Kreis, die sich noch nicht entschieden haben, wer ab dem 1. Januar 2012 die Stromnetze auf ihrem Gemeindegebiet betreiben soll.

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Das Schaubild zeigt die Verteilung der Stromnetze und ihrer Betreiber ab 2012. Die grau abgesetzten Kommunen bilden gemeinsam mit den Stadtwerken Marburg die Betreibergesellschaft „Energie Marburg-Biedenkopf“ (EMB). Ebsdorfergrund sowie Neustadt und Stadtallendorf setzen auf eigene Gesellschaften mit den Partnern Stadtwerke beziehungsweise Eon Mitte.

Quelle: Brita Bernsdorff

Marburg. Alle anderen Städte und Gemeinden im Kreis haben sich festgelegt, mit welchem Partner sie in den kommenden Jahren zusammenarbeiten wollen. Während der bisherige Netzbetreiber Eon Mitte seine Position im Hinterland verteidigen konnte, stand er im Nordkreis auf verlorenem Posten.

In sechs Kommunen nördlich von Marburg überwog in den Parlamenten der Wunsch, wieder mehr Einfluss auf die Netze und ihre zukünftige Gestaltung zu gewinnen – und durch die Beteiligung am Netzgeschäft zusätzliche Einnahmen für die Gemeindekasse zu erzielen.

Genauso sahen es im Süden Fronhausen und Ebsdorfergrund, wobei es in letzterer Gemeinde bereits eine feste Rückkaufzusage der Gemeinde gibt. Der Netzbetrieb für Ebsdorfergrund wird, anders als in den anderen wechselwilligen Kommunen, nicht in der Betreibergesellschaft Energie Marburg-Biedenkopf“ GmbH (EMB) organisiert, sondern in einer eigenen Gesellschaft (Grundnetz GmbH), in der Stadtwerke und Gemeinde gleichberechtigt sind. In der EMB sind die Gemeinden in der Gesellschafterversammlung nach dem Anteil des eingelegten Netzes vertreten, im Aufsichtsrat hat jeder Partner eine Stimme.

Eine ähnliche Lösung wie Ebsdorfergrund mit den Stadtwerken haben die Städte Neustadt und Stadtallendorf mit Eon als Partner vereinbart. Eon hält demnach 51 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft, dafür bekommen die Städte einen Teil aus dem Netzerlös und nach Ablauf von 20 Jahren Netzeigentum.

Eine gemeinsame Netzgesellschaft zwischen den eigenständigen Stadtwerken Biedenkopf und Eon soll es in Biedenkopf geben. Die genaue Form der Zusammenarbeit ist aber noch Gegenstand von Verhandlungen.

Bleiben die drei „Nachzügler“. Während in Amöneburg und Lohra die Entscheidungsfindung kurz vor der Kommunalwahl vertagt wurde, weil sich jeweils die Parlamentsmehrheiten noch nicht entscheidungsbereit sahen, macht sich Weimar erst jetzt so richtig auf den Weg.

Nachdem die Stadtwerke Marburg ihr Angebot in der vergangenen Woche vorgestellt hatten, folgt die Präsentation des bisherigen Netzbetreibers Eon Mitte am 5. Juni. Im Anschluss werden sich die Ausschüsse der Gemeindevertretung damit beschäftigen. Bürgermeister Peter Eidam hofft, dass die Entscheidung noch in diesem Jahr getroffen werden kann. Auch wenn man dies nicht schaffen sollte, besteht für die Stromversorgung der Bürger keine Gefahr. Dann würde sich der geltende Vertrag mit Eon zunächst um ein Jahr verlängern.

von Michael Agricola

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