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6000 neue Leuchten für die Stadt

LED 6000 neue Leuchten für die Stadt

Die Stadt will in den kommenden Monaten 6000 ihrer Straßenleuchten auf die moderne LED-Technik umrüsten. Gesamtkosten: geschätzte 3 Millionen Euro.

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Japanische Kirschblüte in der Marburger Stresemannstraße.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Magistrat beschloss am Montag, sich um die Beteiligung an einem Pilotprojekt für die umfassende odernisierung der Straßenbeleuchtung und die Umrüstung auf die LED-Technologie zu bewerben. Das Hessische Wirtschaftsministerium hatte das Projekt erst Ende Juli ausgeschrieben.

Hintergrund: Das Land will den Weg der Kommunen zur LED-Technologie beschleunigen und stellt dafür Mittel aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung zur Verfügung. Die Hälfte der Gesamtkosten übernimmt das Land, die andere Hälfte ist von den ausgewählten Kommunen zu tragen.

Für Marburg liegen die Gesamtkosten für den Tausch bei etwa 3 Millionen Euro; 1,5 Millionen erstattet das Land zurück, wenn die Umrüstung bis zum Sommer 2015 abgeschlossen ist.

„Die Energiewende in Hessen wird ohne Fortschritte bei der Energieeffizienz nicht gelingen“, sagt der Sprecher des hessischen Wirtschaftsministeriums, Wolfgang Harms. Er verweist darauf, dass auf die Straßenbeleuchtung etwa 35 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs entfallen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel ist optimistisch, dass Marburg den Zuschlag für dieses Projekt erhält. Angeschrieben wurden aber sieben Städte zwischen 50000 und 100000 Einwohnern. „Eine, maximal zwei Städte werden in das Modellprojekt aufgenommen“, sagt Harms. Mit einer Entscheidung sei bis Ende des Monats zu rechnen, teilte Harms auf OP-Anfrage mit.

Bislang sind in Marburg nach Angaben von Stadtsprecherin Edith Pfingst in den vergangenen Jahren etwa 400 Lampen auf die LED-Technologie umgerüstet: An allen Fußgängerüberwegen (2011), am Krekel (2012) und im Kaufpark Wehrda (Anfang 2014). Gegenüber herkömmlichen Quecksilberdampf- oder den moderneren Natriumdampf-Leuchten verbrauchen LED-Leuchten bis zu 80 Prozent weniger Energie; der Magistrat rechnet damit, dass sich die Investition für die Umrüstung in sieben Jahren amortisiert hätte.

Dabei sind die Anfangsinvestitionen sehr hoch. Harms schätzt sie auf 500 bis 700 Euro je Lichtpunkt, das ist zwei- bis dreimal so viel wie bei herkömmlichen Natriumdampf-Lampen.

Stadtwerke: „Ein Mammutprojekt“

Von einem „Mammutprojekt“ spricht Norbert Schüren, der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, versichert aber: „Wir könnten dies stemmen, wenn wir uns Hilfe von Privatfirmen hinzuholen.

Schürens Rechnung ist relativ einfach: Pro Lampe ist nach den Angaben der Experten beim Energieversorger mit einer Umrüstzeit von etwa 30 Minuten zu rechnen. Bei 4000 Lampen wäre dies eine Netto-Arbeitszeit von 2000 Stunden.

Die Stadtwerke selbst haben drei Hubsteiger, die für den überwiegenden Teil der Leuchtmasten eingesetzt werden müssen. Selbst wenn zwei weitere von externen Firmen hinzukommen und man mit fünf Teams gleichzeitig arbeiten könnte, würde die Netto-Umrüstzeit 400 Stunden betragen - fast elf Wochen, wenn ununterbrochen an dem Austausch gearbeitet werden könnte. „Daran merkt man, welche Mammutaufgabe auf die Stadt zukommt“, sagt Schüren.

Oberstadt und Südviertelbleiben ausgenommen

Sollte Marburg den Zuschlag erhalten, sollen gleichwohl nicht alle 8500 Leuchten umgerüstet werden.

Die Umstellung der „dekorativen Beleuchtung“ in der Oberstadt und in Teilen des Südviertels ist zunächst nicht vorgesehen, heißt es in der Magistratsvorlage. Vaupel argumentiert mit den „besonderen denkmalpflegerischen Anforderungen“ der Beleuchtung in diesen Quartieren.

Auch die relativ neuen Lampen in der Universitätsstraße und in Michelbach Nord sollen zunächst nicht umgerüstet werden.

Bedenken, die gegen den Einsatz von LED-Lampen geäußert werden, wischt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren beiseite. Die LED-Technik sei inzwischen so weit fortgeschritten, dass anders als früher alle Straßenbereiche ausgeleuchtet werden. Auch frühere Probleme bezüglich Lichtstärke und Lichtfarbe seien inzwischen längst behoben.

von Till Conrad

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