Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Regen

Navigation:
60 Tonnen Hilfsgüter lindern die Not

Terra Tech in Nepal 60 Tonnen Hilfsgüter lindern die Not

Knapp zwei Wochen nach dem Beben versorgen die Helfer in Nepal die Bevölkerung mit Zelten, Nahrung und Medizin. Terra Tech aus Marburg und der lokale Partner INF planen zudem schon längerfristige Vorhaben.

Voriger Artikel
Politik-Neuling mit viel Erfahrung
Nächster Artikel
Labor bestätigt: Es sind die Masern

Linkes Foto: Um Maya Ghale aus Gorkha wird von einem Arzt des Terra-Tech-Partners International Nepal Fellowship (INF) untersucht. Rechts: Ein Helfer packt in Pokhara Pakete für die Erdbebenopfer.Fotos: INF

Marburg. Bislang hat der nepalesische Terra-Tech-Partner International Nepal Fellowship (INF) in den Regionen Gorkha und Dhading schon mehr als 60 Tonnen Nahrungsmittel und mehrere Tonnen Hilfsgüter zu den Bedürftigen gebracht. Darunter waren unter anderem 44 Tonnen Reis, mehrere Tonnen Linsen, 1600 Pakete Nudeln und 1600 Liter Öl. Dazu kommen 540 Zelte, 1343 Schlafmatten, 2725 Decken und Dinge des täglichen Bedarfs wie Streichhölzer, Kerzen und Hygiene-Produkte, wie Christian Schmetz von Terra Tech mitteilt.

Von vielen freiwilligen, meist nepalesischen Helfern wurden etwa 2000 Nothilfepakete gepackt, die in Helikopter und geländegängige Fahrzeuge verladen und in schwer zugänglichen Regionen abgeworfen oder verteilt wurden.

Großer Bedarf an Zelten, Decken und Planen

Großer Bedarf herrscht an Notunterkünften. „Die Menschen bitten uns um Zelte, Zelte und mehr Zelte“, berichtet Thomas Meier, Projektmitarbeiter von INF vor Ort. Decken, Zelte und Planen aller Größen seien in einigen Regionen kaum erhältlich. Sie einzufliegen sei angesichts des überlasteten Flughafens in Kathmandu auch schwierig.

Der INF versucht nun über sein Netzwerk Zelte und Decken in Indien zu besorgen. Im Hinblick auf die bald beginnende Monsunzeit seien wetterfeste Unterkünfte bitter nötig. Gerade in Bergregionen können die Nächte sehr kalt werden. „Zelte retten dann Leben“, so Meier.

Parallel zur akuten Nothilfe laufen bei Terra Tech und INF auch schon Planungen für die Zeit danach. Viele Menschen haben zwar inzwischen eine Erstversorgung ihrer Wunden bekommen. Doch ein großes Problem besteht darin, auch die Folgebehandlung sicherzustellen. Wenn Entzündungen oder Knochenbrüche nicht richtig verheilen, bedeutet das im landwirtschaftlich geprägten Nepal oft, dass derjenige als Arbeitskraft auf dem Feld und somit auch als Ernährer ausfällt. Dadurch vergrößert sich die Not der Familie, berichtet Terra-Tech-Mitarbeiter Frank Beutell.

Langfristige Hilfe geplant

Der INF sei dafür ein idealer Partner. Die Organisation ist seit 60 Jahren im Land aktiv, betreibt Krankenhäuser und arbeitet viel mit Lepra- und Tuberkulosekranken. Der physiotherapeutischen Arbeit werde in den kommenden Wochen und Monaten besondere Bedeutung zukommen, so Beutell. Denn 90 Prozent der Behinderten weltweit lebten in den Entwicklungsländern. In sehr vielen Fällen habe die Behinderung der Menschen in schlechter Nachversorgung von Wunden und Verletzungen ihre Ursache. Neben der guten Versorgung von Verletzungen steht für die Helfer aus Marburg und den nepalesischen Partner mittelfristig der Wiederaufbau der Gesundheits-Infrastruktur im Fokus. Schon länger geplant ist so zum Beispiel der Bau eines Krankenhauses in Westnepal.

Von Schwierigkeiten bei der Arbeit wie andere Hilfsorganisationen können die INF-Helfer dagegen nicht berichten. Das liege auch daran, dass INF schon so lange in Nepal tätig ist, glaubt Beutell.

von Michael Agricola

Weitere Informationen

Wer mehr über das Land und die Arbeit von Terra Tech in Nepal wissen möchte, kann sich heute um 18 Uhr bei einem Vortrag des Terra-Tech-Vorsitzenden Dr. Gangolf Seitz informieren. Er spricht im historischen Rathaussaal in Marburg. Vorher-nachher-Bilder zeigen die dramatischen Auswirkungen des Erdbebens, die Nothilfe und die Wiederaufbauvorhaben von Terra Tech.

Mehr über die Arbeit von Terra Tech gibt es hier.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr