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50 Schätze Kenias als Live-Reportage

20 Jahre SamburuHilfe 50 Schätze Kenias als Live-Reportage

Seit zwei Jahrzehnten gibt es für die Samburu in Kenia Hilfe aus Deutschland. Und zwar Hilfe zur Selbsthilfe und Patenschaften für Kinder, um deren Schulbildung zu sichern

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Kenia und seine magischen Momente. Fotojournalist Hartmut Fiebig hat sie eingefangen.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Die SamburuHilfe ist im 20. Jahr ihres Bestehens ein Verein mit Mitgliedern und Förderern aus dem gesamten Landkreis Marburg-Biedenkopf. Aus den von Alfred Knau angefangenen Projekten (siehe HINTERGRUND) ist eine Daueraufgabe geworden, die von den Mitgliedern des Vereins mit Überzeugung und Liebe fortgeführt wird. Derzeit geht es darum, die Schule weiter auszubauen, denn mittlerweile wird diese „Primary School“ von 640 Kindern besucht. Ursprünglich geplant waren Kapazitäten für 180 Kinder. Aus der Schulküche erhalten alle Kinder einmal am Tag eine warme Maisbreimahlzeit. Der Maisanbau wird von den Familien schon im größeren Umfang betrieben, 2012 konnte eine Maismühle gekauft werden, die den Menschen die Möglichkeit bietet, ihr Mehl selbst zu mahlen. „Wo wir unbedingt etwas tun müssen, ist die Krankenstation“, sagt Hartmut Heidlindemann, Vorsitzender der SamburuHilfe. Denn die Krankenstation ist mittlerweile von Termiten zerfressen und befindet sich in einem desolaten Zustand.

Kenia-Kenner bietet tolle Einblicke in das Land

„Wir sind mit den Behörden vor Ort schon in Kontakt, um in naher Zukunft ein aus Stein gebautes Kleinkrankenhaus zu errichten.“ Die Vereinsmitglieder Michael Mailliard und Gerda Wied-Glandorf werden im November nach Baawa reisen. Sie wollen die Rahmenbedingungen für dieses Projekt klären und den Ausbau der Schule vorantreiben.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens sucht der Verein am 20. Oktober im Audimax in Marburg mit einem besonderen Angebot die breite Öffentlichkeit. (siehe auch VERANSTALTUNG)

Der Fotojournalist Hartmut Fiebig hat seit den 90er Jahren immer wieder Kenia bereist und jetzt aus seinen Erlebnissen eine Live-Reportage geformt, die er in Deutschland dem interessierten Publikum anbietet. Dabei geht es unter anderem um die Besteigung von Afrikas zweithöchstem Gipfel, dem 5109 Meter hohen Mount Kenya, um eine Dhau-Safari durch das tropische Lamu-Archipel und sogar um eine Erstürmung eines Wilderercamps. Es sind Szenen und Bilder, die Kenia so zeigen, wie es ist. Seine mitreißende Live-Reportage liefert jedoch noch mehr als die ungeschminkten, rasanten und auch humorvollen Schilderungen aus dem unvorhersagbaren Leben eines Berufsabenteurers. Er zeigt Kenia in seiner gesamten Vielfalt: tropische Strände, schneebedeckte Gipfel, Wüsten und Urwälder, endlose Savannen, die wilde Tierwelt und das moderne Leben in der Millionenstadt Nairobi. Sein aktuelles Werk „Die 50 Schätze von Kenia. Zwischen der Wiege der Menschheit und Masai Mara“ steht für das Reisen mit Sinn.

Dabei stehen die 50 Schätze auch für die 50 Jahre währende Unabhängigkeit des Landes. Um dieses Projekt stemmen zu können wanderte er 2011 in das ostafrikanische Land aus und reiste kreuz und quer umher. Fiebig möchte zudem mit seinem Werk einen Beitrag für nachhaltigen Tourismus leisten, der den lokalen Menschen, dem Naturschutz und dem Kulturerhalt dient, denn Kenia steht bei Afrika-Touristen sehr hoch im Kurs.

von Götz Schaub

Hintergrund

Im Mai 1993 gründete Alfred Knau aus Treisbach die SamburuHilfe. Während eines Urlaubs in Kenia wurde er auf die besondere Situation des Nomadenvolkes aufmerksam.

Seine anfängliche Hilfe aus eigenen Mitteln überstieg bald seine persönlichen finanziellen Möglichkeiten. So gründete er einen Verein, der mit Spendenmitteln die SamburuHilfe unterstützen sollte.

Dabei stand immer die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Zunächst ging es darum die Grundversorgung zu sichern. Mithilfe von Wassertanks sollte das seltene Regenwasser aufgefangen werden.

Dann befähigte Knau die unerfahrenen Menschen Gartenbau zu betreiben. Die dafür notwendigen Anschaffungen wie Schubkarren, Hacken und Schippen durften nur von den Männern benutzt werden. Damit durchbrach er das bis dahin geltende Gebot der Frauenarbeit. Um die Projekte nachhaltig zu begleiten verbrachte Knau in der Regel die Zeit von November bis Februar vor Ort in Baawa. Dann wurde die Infrastruktur für ein nachhaltiges Leben aufgebaut. 2008 wurde ein erster Klassenraum fertiggestellt. Es folgten Verbesserungen im Hygienebereich, dann der Bau einer Krankenstation für eine medizinische Grundversorgung. Die Materialien wurden durch Spenden finanziert, die Arbeitskraft stellten die Männer zur Verfügung. Knau war es wichtig, dass alle Projekte und Entwicklungen aus dem gemeinsamen Tun mit den Menschen entstanden. Nicht nur deshalb genoss er unter den Samburu sehr hohes Ansehen.

Am 19. November 2011 starb Alfred Knau in Deutschland. Die Mitglieder des Vereins entschieden, die Arbeit im Sinne Knaus zum Wohle der Samburu fortzuführen. Im Februar 2012 wurde der bis dahin stellvertretende Vorsitzende Helmut Heidlindemann zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter wurde Dr. Rainer Didszuweit.

Veranstaltungen

Hartmut Fiebig präsentiert seine Live-Reportage „Die 50 Schätze von Kenia“ am Sonntag, 20. Oktober, um 17 Uhr im Audimax Marburg. Einlass ist ab 16 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf im Reisebüro Stingel in Wetter, Bürobedarf Hild in Biedenkopf, Tourist-Information in Marburg und im Online-Shop im Internet unter www.samburuhilfe.de.

Eintritt: Erwachsene 14 Euro, Studenten, Schüler und Rentner 11 Euro, Schüler bis 16 Jahre 8 Euro. Der Erlös der Veranstaltung kommt den laufenden Projekten der SamburuHilfe in Kenia zugute.

Infos über Hartmut Fiebig gibt es im Internet unter www.hartmut-fiebig.de

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