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4500 Euro für Burkina Faso

Spende 4500 Euro für Burkina Faso

Der „Eine-Welt-,Kugel‘-­Kreis“ fördert das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen in dem afrikanischen Land.

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Bischof von Dori, Laurant Biroré Dabiré (Mitte), links von ihm der Grand Iman, Mahamoudou Yaga Cisse, sowie Mitglieder der UFC.

Quelle: privat

Marburg. Menschen wollen ­ihre Heimat nicht verlassen. Dennoch treiben Kriege, politische und religiöse Verfolgung, aber auch Hunger, Not und Ver-zweiflung viele Millionen Männer, Frauen und Kinder in die Flucht und damit in eine unge-wisse Zukunft. Regierungen bemühen sich oft vergebens oder nur halbherzig, diesen Men-schen ihre Heimat zu erhalten und wieder lebenswert zu gestalten.

Einen kleinen Baustein dazu möchte die Marburger katholische Gemeinde St. Johannes Evangelist (Gemeinde der Kugelkirche) beitragen. Der „Eine-Welt-,Kugel‘-Kreis“ (EWKK) hat deshalb Ende 2015 beschlossen, in Afrika – in Burkina Faso – ein ganz besonderes Projekt finanziell zu unterstützen.

Die ehemals französische Kolonie Obervolta wurde 1958 in die Unabhängigkeit entlassen. 1984 änderte das Land seinen Namen in Burkina Faso – „Land der Aufrichtigen“. Burkina Faso zählt zu den ärmsten Länder dieser Welt. Der westafrikanische Staat grenzt im Norden an Niger und Mali. Ein großer Teil seiner Fläche liegt in der Sahel-Zone, dem Übergang von der Wüste in die Savanne.

Nur drei bis vier Monate im Jahr regnet es, aber dann so, dass an einem halben Tag so viel Regen fallen kann, wie bei uns in einem ganzen Monat. Dieser Regen fällt dann auf einen steinharten, völlig ausgetrockneten Boden und reißt die fruchtbare Erde mit sich fort. Der Boden kann das Wasser nicht halten, es läuft einfach weg, sodass ein Getreideanbau, meist Hirse, nur für kurze Zeit möglich ist.

Die stark wachsende Bevölkerung verursachte eine fortschreitende Abholzung und Überweidung, und der Klimawandel tat ein Übriges, um der Verelendung der ländlichen Bevölkerung Vorschub zu leisten. Jährlich breitet sich die Wüste um sieben bis zehn Kilometer weiter nach Süden aus. Die Folgen waren und sind eine zu-nehmende Hungersnot und die Abwanderung der jungen Menschen in die Städte.

Geschwisterliche Vereinigung der Gläubigen

In der Region Dori, einer Provinz im Nordosten von Burkina Faso mit etwa 100000 Einwoh-nern, haben sich schon 1969 Christen und Muslime über alle religiösen Grenzen hinweg zur „Union Fraternelle­ des Croyants de Dori“ (UFC) – der ­geschwisterlichen Vereinigung der Gläubigen von Dori – zusammengeschlossen, um gemeinsam dem erschreckend schnellen Vordringen der Wüste und damit der Nahrungsmittelverknappung entgegenzu­wirken.

Inzwischen hat diese Vereinigung eine Reihe von Wasserrückhaltebecken, sogenannte­ Bulies, angelegt, Brunnen für gesundes Frischwasser gebohrt und Bäume gepflanzt, um den Grundwasserspiegel zu stabilisieren.

Jetzt können dort um die Bulies Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Lauch, Möhren und Kohl bis weit in die Trockenperiode hinein angebaut werden, sodass sogar Überschüsse auf den Märkten verkauft werden können. Darüber hinaus werden soziale Projekte­ vorangebracht wie die Rehabilitation von Behinderten oder der Kampf gegen Frauendiskriminierung. Die Kinder besuchen eine Schule und können eine berufliche Ausbildung absolvieren. Die UFC kann so für andere Staaten ein tragfähiges Modell für das beiderseitig vorteilhafte Zusammenleben und -arbeiten verschiedener Religionsgemeinschaften sein.

Der EWKK freut sich, diesen Menschen am Ende des Jahres 4500 Euro für die Weiterentwicklung ihrer Projekte spenden zu können.

von Franz-Xaver Brock

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