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4000-Euro-Marke für den Quadratmeter-Preis geknackt

Immobilienmarkt-Bericht 4000-Euro-Marke für den Quadratmeter-Preis geknackt

„In Marburg besteht keine Gefahr einer Immobilienblase“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne).

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Dr. Franz Kahle (von links), Kirsten Eger-Rauch und Walter Ruth stellten den Bericht vor.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Wir hatten in der Bundesrepublik noch nie so ein großes Privatvermögen wie heute.“ Daher investierten viele in „Betongold“.

Im Stadtgebiet Marburg jedoch seien mehr als 90 Prozent der Käufer von Mehrfamilienhäusern aus dem Postleitzahlengebiet 35, auch zum größten Teil die der Eigentumswohnungen. Spekulativen Leerstand gäbe es nicht, alle Wohnobjekte würden zeitnah verkauft und bewohnt.

Kahle stellte gemeinsam mit Walter Ruth und Kirsten Eger-Rauch vom Gutachterausschuss für den Bereich der Stadt Marburg den aktuellen Immobilienmarkt-Bericht vor, der auf das Jahr 2015 zurückblickt.

Die stärksten Märkte sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Der Durchschnittspreis für freistehende Einfamilienhäuser lag vergangenes Jahr bei 337000 Euro, der für Reihenhäuser und Doppelhaushälften bei ungefähr 220000 Euro. Dabei variierten die Preise beispielsweise in der Kernstadt zwischen 100000 und 1,4 Millionen Euro. Die Durchschnittswerte seien daher mit Vorsicht zu behandeln, so Ruth. Bei den Eigentumswohnungen wurde vergangenes Jahr erstmals die 4000-Euro-Marke für den Quadratmeter-Preis geknackt. Neubauten sind ungefähr doppelt so teuer wie andere Wohnungen. Nachgefragt werden vor allem kleinere Wohnungen, von Kleinfamilien, Studierenden und Rentnerpaaren.

Ein bundesweiter Trend, der sich auch in Marburg zeigt: Die zweite Lebenshälfte wollten viele in der Stadt verbringen.

Mit einem Anstieg der Nachfrage nach Wohnraum rechnet der Bürgermeister auch aufgrund der Entwicklung der drei größten Arbeitgeber in Marburg: der Behringwerke, der Universität und der Universitätsklinik. Die Zahl der Studierenden sowie der Beschäftigten an der Klinik hätten ein historisches Hoch erreicht.

Der Gutachterausschuss, dessen Aufgabe es ist, das Marktgeschehen zu dokumentieren und statistisch auszuwerten, bekommt auch immer wieder Anfragen zu Mietpreisen. Einen Mietspiegel gibt es in Marburg jedoch nicht. „Wir haben hier einen sehr dynamischen Wohnungsmarkt“, sagt Kahle. In Studierenden-WGs wechselten alle paar Jahre die Mieter. „Daher halte ich es für wahrscheinlich, dass ein Mietspiegel zu einem Anstieg der Mieten führen würde.“

Wer dennoch Auskunft zu Mietpreisen haben möchte, kann mit dem Mietwertkalkulator unter Angabe von Baujahr, Wohnungsgröße und Lage eine durchschnittliche Miete ermitteln.

Ausweisung zusätzlicher Baulandflächen geplant

Die kostenpflichtige Nutzung kann bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses angefragt werden. Bisher lägen die berechneten Werte jedoch noch unter den tatsächlichen Mietpreisen, sagt Ruth.

Die Nachfrage nach Wohnraum solle künftig weiterhin durch die Ausweisung zusätzlicher Baulandflächen befriedigt werden, sagt Kahle. Gewerbegebiete wie in der Frauenberg- und Temmlerstraße sollten sich nach und nach zu Mischgebieten und damit zu Wohnstandorten entwickeln.

Des Weiteren sollten im Zuge der Dorferneuerung ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude in Außenstadtteilen in Wohnflächen umgewandelt werden, erklärte Kahle.

von Freya Altmüller

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