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400-Kilometer-Tour pro Organspende

Radsport für guten Zweck 400-Kilometer-Tour pro Organspende

Am Sonntag fiel am Marburger Hauptbahnhof der Startschuss für die diesjährige Radtour pro Organspende, die bis nach Saarbrücken führt.

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Stefan Endrich zeigt seinen Slogan „Don’t take your organs to heaven. Heaven knows, we need them here“ (Nehmt eure Organe nicht mit in den Himmel, der Himmel weiß, wir brauchen sie hier).
Foto: Marina Grosse Wiesmann

Quelle: Picasa

Marburg. Eine Strecke von über 400 Kilometern gilt es nun bis zum Ziel in Saarbrücken zu bewältigen.

Unter den motivierten Teilnehmern sind vor allem Radsportler zu finden, die selbst bereits ein gespendetes Organ in sich tragen oder auf selbiges warten, wie beispielsweise Stefan Endrich, der 2010 seine zweite Spenderniere erhielt: „Mit diesem Projekt wollen wir den verschiedenen Kliniken, welche die Organspende unterstützen, unsere Dankbarkeit zeigen und auch unsere Solidarität gegenüber Patienten, die noch auf der Warteliste stehen, ausdrücken.“

Wichtig ist den Sportlern auch die Aufklärung zur Organspende, denn immer noch sterben pro Tag drei Menschen in Deutschland, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten.

„Da wir fast alle selbst betroffen sind, fühlen wir uns natürlich aufgefordert, die Thematik der Organspende an Menschen heranzutragen, die sich bis dato gar nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Denn jeder kann wie ich von jetzt auf gleich zum Betroffenen werden“, erklärt Bernd Liebhäuser, der aufgrund einer plötzlich aufgetretenen Lungenfibrose sechs Monate auf ein passendes Organ warten musste.

Auch die Vorbildfunktion als Radsportler spielt im Projekt der Organisation TransDia eine große Rolle für die Motivation von Patienten und gesunden Menschen. „Körperliche Aktivität und Fitness muss nicht an einem Spenderorgan scheitern. Mit der Radtour wollen wir den Menschen Mut machen, dass man trotz Organtransplantation die alte Lebensqualität zurückgewinnen kann“, sagt Liebhäuser.

Zudem sei es auch für gesunde Menschen wichtig, sich mit regelmäßigen Sporteinheiten fit zu halten. „Je mehr man körperlich auf der Höhe ist, desto geringer ist die Gefahr, dass ein Organ abgestoßen wird“, erklärt Peter Kreilkamp, der seit vergangenem Jahr auf eine Niere wartet.

Alle Beteiligten erhoffen sich durch die Radtour, die quer durch den Südwesten Deutschlands führt, vor allem mehr Aufklärung in der Bevölkerung. „Zunächst ist vor allem wichtig, dass sich jeder mit dem Thema der Organspende auseinandersetzt, um eine Entscheidung für oder gegen die Organspende treffen zu können. Dafür wollen wir uns heute einsetzen“, sagt Kreilkamp.

von Marina Grosse Wiesmann

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