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400 Gäste beim Neujahrsempfang

Premiere für Fründt 400 Gäste beim Neujahrsempfang

Alles neu: Rund 400 Gäste kamen am Samstagabend zum Neujahrsempfang des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der erstmals bei einem Unternehmen stattfand.

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Kirsten Fründt (SPD) empfing auf ihrem ersten Empfang als Landrätin am Samstagabend 400 Gäste aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. Alles neu: Rund 400 Gäste kamen am Samstagabend zum Neujahrsempfang des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Es war für Kirsten Fründt (SPD), der erste Empfang als Landrätin. Sie hatte Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kirche und Ehrenamt diesmal nicht wie ihre Vorgänger ins Kreishaus eingeladen, sondern in ein Unternehmen: Der Empfang fand auf dem Betriebsgelände der Firma Seidel in Fronhausen statt.

Neujahrsempfang Landkreis. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Der Veranstaltungsort sollte ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Marburg-Biedenkopf, erklärte Fründt. Um heimische Unternehmen stärker unterstützen zu können, will die Kreis-Koalition aus SPD und CDU einen Fördermanager einstellen, der den Firmen bei der Einwerbung von Fördermitteln hilft. „Besonders charmant fände ich, wenn dieser Fördermanager eine Fördermanagerin wäre“, sagte die Landrätin in ihrer Neujahrsrede.

Auch das war neu: Bisher stand im Mittelpunkt des Kreis-Empfangs ein Vortrag eines auswärtigen Experten oder Prominenten zu einem aktuellen Thema. Doch Fründt wollte – ähnlich wie Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) dies beim Empfang der Stadt Marburg macht –
die Rednerin des Abends sein. Und so kamen trotz der vorausgesagten Glatteis- und Schneegefahr viele Menschen aus dem gesamten Landkreis in den Süden der Region nach Fronhausen, um zu erleben, was die neue Landrätin so alles zu sagen hat.
Kirsten Fründt betonte und würdigte an mehreren Stellen das Engagement der vielen ehrenamtlich tätigen Bürger, aber auch dies ihrer Mitarbeiter in der Kreisverwaltung. Wichtig war ihr aber auch, die Arbeit der Flüchtlingsinitiativen und Sozialverbände zu betonen. Daher hatte sie auch Vertreter dieser Initiativen sowie Migranten zum Neujahrsempfang eingeladen. „Unsere Kreisgesellschaft  profitiert insgesamt von jedem Werk tätiger Nächstenliebe, das an den Schwachen und Bedürftigen getan wird“, so die Landrätin. Jedoch dürfe man nicht verschweigen, dass der Kreis angesichts steigender Flüchtlingszahlen vor großen Herausforderungen stehe. Privater Wohnraum für die Unterbringung von Migranten werde dringend benötigt. Der Kreis sei aber auch auf die finanzielle Hilfe des Landes angewiesen.
Rückblick auf viele Projekte und Veranstaltungen
In ihrem Rückblick listete sie große und kleine Veranstaltungen, Projekte und persönliche Erlebnisse aus: Vom 40. Geburtstag des Kreises über Schulprojekte bis hin zu den Ehrenamtskonferenzen: Die Liste ihres Rückblicks aufs vergangene Jahr war vielfältig und so waren die Übergänge der Themen teilweise bemüht oder gar holprig. Ein Beispiel: Nach ihrer Kritik am Kommunalen Finanzausgleich blickte sie auf die Premiere des Musicals „Der Postraub“ in Biedenkopf.
Der Kreis werde enger mit der Stadt Biedenkopf zusammenarbeiten und moderne Bühnenanlagen und Sitzgelegenheiten anschaffen, verkündete die Landrätin.
Die Besucher des Empfangs bekamen eine Kostprobe vom neuen Musical, „eine Welturaufführung“ geboten, wie Fründt ankündigte. Der Komponist Paul Graham Brown, der einen Tag zuvor aus Neuseeland angereist war, sang in Fronhausen das Lied „America“ aus dem Musical „Postraub“.
Eine weitere Premiere fand in der virtuellen Welt statt, die ebenfalls in Fronhausen Anschluss fand: Die Landrätin ist seit Samstagabend mit einem eigenen Profil auf Facebook. Sie und ihre Verwaltung wollen stärker als zuvor Neue Medien für die Kommunikation mit dem Bürger nutzen, erklärte sie.
Digitale Verwaltung 2020 als neues Ziel
In diesem Zusammenhang werde derzeit eine Beschlussvorlage für den Kreisausschuss vorbereitet: Die „digitale Verwaltung Marburg-Biedenkopf 2020“ steht als zentrales Projekt im Kreishaus an. Ziel sei dabei, die Verwaltung kunden- und bürgerfreundlicher zu gestalten. Dabei gehe es aber auch darum, Druck- und Portokosten zu sparen und Personal effizienter einzusetzen, so Fründt. In Sachen Sparen gab sie der Stadt Marburg augenzwinkernd noch einen Tipp: „Wenn die Universitätsstadt wirklich Geld sparen möchte, verzichtet sie einfach auf die Nachbesetzung des Oberbürgermeisterpostens. Ich mache das gerne mit“, sagte die Marburgerin und erhielt für diesen Satz den meisten Applaus.
Nach zweieinhalbstündigem Programm kam der Schlussapplaus. Dann hatten die Gäste  die Gelegenheit bei einem Imbiss zum Austausch – die Themen reichten von der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl in Marburg bis hin zum Facebook-Auftritt der Landrätin. Einen Auftritt hatten zuvor auch der Bläserchor der Kreisverwaltung sowie der Chor Türk Sanat Müzigi Korosu sowie der Hausherr Dr. Andreas Ritzenhoff. Der Inhaber und Geschäftsführer der Firma Seidel  hatte den Gästen die Gelegenheit geboten, vor dem Empfang an einer Werksbesichtigung teilzunehmen. 250 Menschen waren der Einladung gefolgt.

von Anna Ntemiris

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