Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
33-Jähriger droht zu schießen

Aus dem Amtsgericht 33-Jähriger droht zu schießen

Der 33-Jährige wird ­beschuldigt, im Juni 2015 mehrfach Menschen beleidigt, bedroht und verletzt zu haben.

Voriger Artikel
Nordstadt: "Ein Zurück wird es nicht geben"
Nächster Artikel
„Eine besondere Wertschätzung“

Der 33-Jährige stand als Angeklagter vor dem Amtsgericht Marburg.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. Gegenüber den Vorwürfen nahm der Angeklagte sein Recht in Anspruch, jegliche Aussage zu verweigern. Darüber hinaus musste die Vorsitzende Richterin Katharina Blumentritt bereits früh feststellen, dass die Hauptzeugin in dem Fall, die derzeitige Lebensgefährtin des Beschuldigten, nicht zur Verhandlung erschienen war. Dabei ist gerade das Verhältnis zwischen den beiden die Ursache für die Vorwürfe. Was nämlich als Affaire des bereits verheirateten Familienvaters begann, entwickelte sich nach bisherigem Kenntnisstand aus früheren Verhandlungen zu einer wahrlich dramatischen Beziehung.

Mehrfach kam es vonseiten des Angeklagten zu körperlicher Gewalt gegen Frau und Kind, darüber hinaus folgten immer wiederkehrende Auseinandersetzungen verbaler Art mit Nachbarn und Freunden. Unter den Vorstrafen sind dabei auch Fälle, in denen der Mann mit einer Waffe Fensterscheiben einschoss oder mit Steinen nach Freundin und Kind warf.

"Ich kann das nicht nachvollziehen"

Dessen ungeachtet, scheint die Mutter derzeit die Beziehung aufrechtzuerhalten. Im Juni 2015 flüchtete sie sich jedoch zeitweilig zu einer befreundeten Nachbarin, die allerdings den Kontakt abbrach, als die Frau zu dem gewalttätigen Mann zurückkehrte. „Ich kann das nicht nachvollziehen, sie meinte, sie wolle sich zurückziehen, damit es zwischen meiner Familie und ihrem Mann keinen Ärger gibt, aber das war so für mich dann keine Freundschaft“, sagte die Zeugin.

Vorangegangen war dem ein weiterer Fall von massiver Bedrohung gegenüber der Asyl gewährenden Familie, wie sich der Ehemann der Zeugin erinnert. „Wir waren alle zusammen beim Kartenspielen, meine Frau, ihr Bruder, unsere Kinder und eben die Lebenspartnerin des Herrn. Der war natürlich schon nicht begeistert, dass wir seine Freundin bei uns aufgenommen hatten, und hat sich dann noch in den Kopf gesetzt, dass sie was mit meinem Schwager hat. Wir saßen also auf dem bodennahen Balkon im ersten Stock, da kam er an und brüllte, er würde uns allen den Kopf wegschießen, den Kindern auch!“

Kurz darauf bekam es der aus Amerika ausgewiesene Bruder mit dem Angeklagten direkt zu tun, laut der Schwester trafen die beiden beim Einkaufen aufeinander und der Bruder sei mit blutiger Lippe heimgekommen. Der derzeitige Aufenthaltsort des Opfers, zu dem die Schwester den Kontakt mittlerweile abgebrochen hat, ist nicht bekannt.

  • Da zu viele Zeugen abwesend waren, wurde die Verhandlung auf Montag, 23. Januar, ab 14.30 Uhr vertagt.

von Marcus Hergenhan

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr