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300 Personalräte setzen ein Zeichen

Staatliche Schulämter 300 Personalräte setzen ein Zeichen

Personalräte des Staatlichen Schulamts Marburg verdeutlichten am Mittwoch in Wiesbaden gemeinsam mit Kollegen aus ganz Hessen, dass sie nicht gewillt sind, Zentralisierungspläne des Landes zu akzeptieren.

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Vertreter der 15 hessischen Schulämter, darunter auch Personalräte des Schulamts Marburg-Biedenkopf, demonstrierten gestern vor dem Kultusministerium in Wiesbaden für den Erhalt der jetzigen Verwaltungsstrukturen.

Quelle: Privatfoto

Wiesbaden. Ein deutliches Zeichen setzten am Mittwoch 300 Personalräte von 15 staatlichen Schulämtern in Hessen. Sie gingen in Wiesbaden auf die Straße und demonstrierten vor dem hessischen Kultusministerium gegen Zentralisierungspläne der Landesregierung – mit dabei knapp 20 Vertreter des heimischen Schulamts.

Einer Strukturreform, die derzeit von einer Arbeitsgruppe beim Kultusministerium vorbereitet wird, könnten mehrere Schulämter zum Opfer fallen – so auch das Schulamt Marburg-Biedenkopf. Lückenhafte Informationen und Gerüchte darüber sorgen seit vielen Monaten für große Unruhe in der Lehrerschaft und im Schulamt. Nicht nur in Marburg schlagen die Wogen deshalb hoch, sondern auch in anderen Landkreisen. Delegationen aller 15 hessischen Schulämter übergaben am Mittwoch ihre Resolutionen und Unterschriftenlisten gegen die Zentralisierungspläne an den Kultus-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann (CDU).

Es gebe noch keine Entscheidung über die künftige Struktur der Bildungsverwaltung. Veränderungen seien aber unumgänglich, auch mit Blick auf die Sparvorgaben des Finanzministers und die künftig sinkenden Schülerzahlen, erklärte Brockmann.

Eine Kommission erarbeite derzeit Vorschläge für eine Neuordnung der Verwaltung. Wenn es zu Veränderungen komme, würden diese langfristig und sozialverträglich sein. „Wir kämpfen für den Erhalt des Service vor Ort und für den Erhalt einer schulnahen Verwaltung“, erklärte Hartmut Möller, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Nach der Protestaktion zurück in Marburg sprach er mit der OP. Aus dem Kultusministerium brachte Möller die Nachricht mit, dass die Zentralisierungspläne des Landes noch vor den Sommerferien öffentlich gemacht werden sollen. ‚„Es hieß, dass die Pläne dann zur Diskussion gestellt werden – und darauf setzen wir“, sagt der Personalrat, der gemeinsam mit seinen Kollegen hofft, dass das Schulamt in Marburg erhalten bleibt.

„Wir machen weiter Druck“, kündigt Möller an und zeigt einen Stapel von „Denkzetteln“: „Auf diesen Seiten haben alle 15 Schulämtern aufgeführt, welche Bedenken sie gegen die Zentralisierung der Schulverwaltung haben und welche Argumente für den Erhalt der örtlichen Strukturen“, erklärt er und packt die Papiere wieder in seine Aktentasche.

von Carina Becker

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