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300 Jahre Grabenland in Bürgerhand

Erlengrabengesellschaft 300 Jahre Grabenland in Bürgerhand

Vor 300 Jahren gingen die Gräben in Weidenhausen in die Hand der Bürger über. Die Erlengrabengesellschaft feiert dies mit einem Dämmerschoppen.

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Weidenhausen, Marburgs ältester Stadtteil, feiert am Wochenende 300 Jahre Grabenland in Bürgerhand.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Geprägt wurde Weidenhausen seit alters her durch seine vielen Gräben, die hier das Lahnvorland durchzogen. Sie waren die Grundlage vor allem für die Müller und die Lohgerber, die hier, vor den Toren der Stadt, ihren Beruf ausübten.

Die Nutzer der Gräben schlossen sich zu einer Art Genossenschaft zusammen. Sie ist seit 1714 urkundlich belegt und firmiert seitdem unter dem Namen „Erlengrabengesellschaft“ und vertrat die Interessen der Anlieger bezüglich der Nutzungsrechte an den Gräben.

Das war kein leichtes Unterfangen, denn die Stadt Marburg machte den Bürgern Weidenhausens das Gelände der ehemaligen Stadtgräben immer wieder streitig. Erst im Jahr 1811 ging das Nutzungsrecht endgültig in die Hände der Weidenhäuser Bürger über. Das war vor allem das Verdienst einer jungen Frau namens Elisabeth Hoffmann, der Nachwelt besser bekannt in der mittelhessischen Namensnennung Hoffmanns Lieschen. Hoffmanns Lieschen soll sich, so ist es überliefert, mit einer Weidenhäuser Bürgerdelegation nach Kassel zu dem westfälischen König Jerome Napoleon begeben haben, um dessen Beistand gegen den Marburger Bürgermeister zu erbitten. Jung und bildhübsch soll sie gewesen sei, und durch ihren anmutigen Tanz den König so sehr bezirzt haben, dass er den Weidenhäusern endgültig das Grabenland zusprach.

Das Schöne an dieser Geschichte ist, dass sie nicht nur die Grundlage für die Figur von Hoffmanns Lieschen ist, die noch heute an hohen Feiertagen Weidenhausen repräsentiert. Die Tanzeinlage mag auch Vorbild sein für die Feste der feierfreudigen Weidenhäuser Erlengrabengesellschaft, die in ganz Marburg einen guten Ruf haben.

Natürlich wird auch der 300. Jahrestag gefeiert: Mit einem Dämmerschoppen am Samstag ab 18 Uhr und mit einem Frühschoppen am Sonntag ab 11 Uhr, jeweils auf dem Mensaparkplatz. Es spielen die Donau Power.

von Till Conrad

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