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2500 Bedürftige bei der Tafel

Neues Verteilungssystem 2500 Bedürftige bei der Tafel

Die Marburger Tafel sieht sich gezwungen, ihr Ausgabesystem zu ändern: Künftig erhalten Berechtigte nur noch alle 14 Tage Waren.

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Die Helferinnen Martha Schmidt (von links), Franka Schönwandt und Eva-Ruth Tietz sortieren bei der Marburger Tafel Lebensmittel. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Seit dem Jahr 200 beliefert die Marburger Tafel bedürftige Menschen für einen geringen Kostenbeitrag in Höhe von 2 bis 5 Euro mit Lebensmitteln, die einwandfrei sind, aber das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben und deswegen von Lebensmittelmärkten nicht mehr im freien Verkauf angeboten werden können. Die Märkte spenden diese Lebensmittel, statt sie wegzuwerfen, Mitarbeiter der Marburger Tafel holen sie ab. Der Inhalt des Lebensmittelpakets wechselt von Woche zu Woche, besteht aber zu großen Teilen aus frischem Obst und Gemüse, Fleisch und Milchprodukten.

1800 Menschen machen von diesem Angebot Gebrauch, haben sich bei der Marburger Tafel registrieren lassen und erhalten wöchentlich ein Lebensmittelpaket, das von den ehrenamtlichen Helferinnen der Tafel zusammengestellt worden ist. Nach einem Jahr werden sie für die kommenden 12 Monate nicht beliefert, damit alle zum Zuge kommen.

Trotz dieser Einschränkung ist die Marburger Tafel an der Grenze ihrer Kapazität angelangt, sagt die Vorsitzende Rita Vaupel. Mehr als 560 Menschen stehen auf einer Warteliste.

Die Tafel hat deswegen beschlossen, dass ihre Kunden ab sofort nur noch alle 14 Tage ein Lebensmittelpaket in einer der Ausgabestellen abholen dürfen - neben der Marburger Ernst-Giller-Straße sind dies Filialen in Wetter, Kirchhain, Gladenbach und Bad Endbach sowie eine „Kindertafel“ in Stadtallendorf. Im Gegenzug werden die Kunden aber nun zwei Jahre beliefert, ehe sie ein Jahr aussetzen müssen.

Für viele der Betroffenen ist dies eine Einschränkung, weiß die Vorsitzende der Marburger Tafel, Rita Vaupel. „Aber anders können wir den Bedarf nicht mehr bewältigen“, sagt Vaupel. „Um sozial gerecht zu sein, wollen wir auch die aufnehmen, die auf der Warteliste stehen“, sagt Vaupel. Durch die Umstellung sei dies möglich, weil nun statt bisher 1800 Menschen die doppelte Anzahl, also 3600 Menschen, ein Lebens­mittelpaket erhalten können - vorausgesetzt, sie weisen ihre Bedürftigkeit nach.

Unter den derzeit knapp 2500 Menschen, die Kunden sind oder auf der Warteliste stehen, befinden sich, so Vaupel, auch viele Zuwanderer. „Nach wie vor suchen wir noch ehrenamtliche Mitarbeiter, vor allem zum Sortieren der Ware, die dann ausgegeben wird“, sagt Vaupel.

Kontakt: Marburger Tafel, Tel. 06421/614053, E-Mail: info@marburgerTafel.de

von Till Conrad

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