Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
250 Teilnehmer demonstrieren für ein fahrradfreundliches Marburg

Verkehrspolitik 250 Teilnehmer demonstrieren für ein fahrradfreundliches Marburg

Zum insgesamt viertel Mal zog am Donnerstag ein Demonstrationszug aus Fahrradfahrern, Skateboardfahrern und Inline-Skatern durch die Marburger Innenstadt.

Voriger Artikel
Trotz Einreiseverbot nach Marburg zurückgekehrt
Nächster Artikel
Freie Träger erhalten 
ihre Zuschüsse

Für die Demonstration durften Radfahrer und Inlineskater die Stadtautobahn nutzen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Es waren nach Polizeiangaben wohl 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am Donnerstag Nachmittag in der Marburger Innenstadt für eine 
Wende in der Verkehrspolitik demonstrierten.

Auf einer Auftaktkundgebung und bei mehreren Zwischenstopps forderten die Teilnehmer eine andere Verkehrspolitik in Marburg und eine gleichberechtigte Behandlung aller Fahrzeuge. Zwischen den Anschlussstellen Bahnhofstraße und Marburg-Mitte befuhren die Demonstrationsteilnehmer auch die so genannte „Stadtautobahn“, deren Eintunnelung wohl auf absehbare Zeit ein Traum bleiben wird: Für den bundesweiten Verkehrswegeplan wurde dieses Projekt nicht angemeldet.

Insgesamt waren laut Polizei etwa 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim Demonstrationszug dabei. Die Beamten hielten den innerstädtischen Verkehr mehrmals kurz an und sperrten für die kurze Zeit die nach Süden führende Fahrbahn der „Stadtautobahn“. Behinderungen hielten sich laut Polizei in Grenzen.

Die Demonstranten sprachen eine Reihe von Problemen an. Hans-Horst Althaus etwa hält es für „skandalös“, dass die Stadt eine Teststrecke für fahrer­
loses Fahren hinauf zu den Lahnbergen ins Auge fasst. Ein robotergesteuertes Auto würde sich in Gefahrensituationen nicht an ethischen Kriterien orientieren.

Scharfe Kritik äußerte Althaus bei einer Zwischenkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz an der Gestaltung des Platzes. Für Radfahrer gebe es keine durchgehende Spur, außerdem deutlich zu wenig Parkraum für Fahrräder, kritisierte Althaus.

Alena Fischer vom Verkehrsreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) forderte im Gespräch mit der OP eine Wende in der städtischen Politik insgesamt – nicht nur mehr Fahrradstraßen, sondern auch mehr sozialen Wohnungsbau statt des Ausbaus der autogerechten Stadt. Phips Schlegel vom Umweltreferat des Asta sprach zudem die zahlreichen Baustellen in Marburg an.

Nach mehreren Zwischenkundgebungen in der Universitätsstraße und im Südviertel 
löste sich der Zug nach gut zweieinhalb Stunden auf.

von Till Conrad

Ausführlicher Bericht folgt.

Liebe Leserin, liebe Leser

In der Nacht zu Donnerstag hatte ich einen Traum: In Marburg fuhr kein einziges Auto mehr. Endlich Platz auf den Straßen für die Radfahrer, die nun nicht mehr ausweichen mussten auf Bürgersteige. Vergangenheit all die Konflikte mit Fußgängern, die einfach nicht einsehen wollten, dass sie dort keinen Vorrang haben.

Aber das Heer der Radfahrer wuchs und wuchs, dass bald kein Platz mehr war für sie auf den zuvor von Blechlawinen verstopften Straßen. Und so kam, was kommen musste: Um nicht im Radfahrer-Stau zu stehen, wichen nach und nach immer mehr Pedalritter auf die Bürgersteige aus, wo es alsbald wieder zu den altbekannten Konflikten kam.

Da aber zwischenzeitlich aufgrund des demografischen Wandels die Zahl derjenigen Passanten, die mit Rollatoren unterwegs sind, angestiegen war, kam es zu einer Vielzahl von Kollisionen mit Schwerverletzten. Ja, und dann träumte ich noch, dass die Erde eine Scheibe ist. Und ich erwachte schweißgebadet.

 
 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr