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25 Jahre lang täglich zwei Stunden im Zug

OP-Serie 50 mit 50 25 Jahre lang täglich zwei Stunden im Zug

Pendeln, Sport und Entspannung gehören für Heinz-Jürgen Britschock fast die gesamte Woche über einfach zum Alltag dazu. Der Postmitarbeiter pendelt seit 25 Jahren zu seinem Arbeitsplatz nach Frankfurt.

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Sport und Entspannung sind für Heinz-Jürgen Britschock besonders wichtig im Alltag. Der 50-Jährige hält sich gerne fit und genießt gerade als eingefleischter Pendler sein ruhiges Leben in Marburg.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Heinz-Jürgen Britschock führt ein geruhsames Leben in der Marburger Kernstadt. Ein Ausgleich, der ihm als jahrelangem Pendler sehr wichtig geworden ist. Genug Aufregung erfährt er schon während der fast täglichen nächtlichen Zugfahrten nach Frankfurt.

Geboren wurde der 50-Jährige im Juli 1964 in Beltershausen-Frauenberg. Gemeinsam mit drei Geschwistern wuchs er in dem gemütlichen Dorf in Ebsdorfergrund auf, lebt heute ein entspanntes Leben in der nahen Universitätsstadt.

Eine ländliche Verbundenheit mit der Natur hat er sich bis heute erhalten, geht gerne spazieren oder Radfahren. Schon sein Vater hielt sich vorwiegend im Grünen auf, arbeitete als Landschaftspfleger im Botanischen Garten auf den Lahnbergen.

Den Beruf hat der Sohn allerdings nicht übernommen; nach der Schulzeit absolvierte Heinz-Jürgen Britschock eine Ausbildung zum Maurer. Als Geselle arbeitete er kurze Zeit bei einer Marburger Baufirma, die alsbald jedoch wieder geschlossen werden musste. Nach seiner anschließenden Wehrdienstzeit bei der Bundeswehr orientierte sich Heinz-Jürgen Britschock beruflich völlig um.

Ein Bekannter brachte ihm eine Tätigkeit bei der Deutschen Post näher, schnell fand er Gefallen an der Arbeit, wurde umgehend eingestellt und arbeitet bis heute im Lager oder als Maschinenführer. In diesem Jahr konnte er sein 25. Jubiläum bei einer Poststelle in Frankfurt am Main feiern.

Sein halbes Leben lang pendelt er bereits zwischen Marburg und Frankfurt hin und her, zwei Stunden am Tag verbringt er im Zug. Durch einen wechselnden Früh-, Spät- oder Nachtdienst ist er es zudem gewohnt, mal in aller Früh, mal die ganze Nacht hindurch zu arbeiten. Die steten Schichtwechsel zehren typischerweise an der Substanz, beeinflussen den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Das stört Heinz-Jürgen Britschock jedoch weniger, „damit komme ich klar, nur das Aufstehen um drei Uhr morgens ist hart“, schmunzelt der 50-Jährige.

Viele Erlebnisse rund um die Bahn

Während seiner tagtäglichen Bahnfahrten zur Arbeit, häufig in der Nacht, hat er schon allerhand erlebt. Neben schönen, unterhaltsamen Begegnungen mit anderen Menschen leider auch erschreckende Zwischenfälle, erzählt der Pendler. Mehrfach traf er auf betrunkene, pöbelnde Nachtschwärmer, die während der Fahrt Streit mit anderen Fahrgästen oder Bahnmitarbeitern anzettelten.

Besonders heftig sind ihm jedoch die Unfälle mit Selbstmördern in Erinnerung geblieben, bereits mehrfach musste er während der Jahre erleben, wie sich Suizidanten vor den fahrenden Zug geworfen haben. „Traurigerweise passiert das häufiger als man denkt, vor allem während der Weihnachtszeit“, weiß Britschock.

Dabei sind die winterlichen Feiertage eigentlich seine liebste Zeit im Jahr. Diese verbringt er traditionell gemeinsam mit seinen Geschwistern und insgesamt fünf Nichten und Neffen, genießt die familiäre Verbundenheit. Eigene Kinder hat Heinz-Jürgen Britschock nicht, ist (noch) ledig. „Die Richtige war einfach noch nicht dabei“, erzählt der Junggeselle. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Darüber hinaus frönt der Sportfan so oft er kann seinem liebsten Hobby - dem Fußball. Schon als Kind kickte er leidenschaftlich gerne beim SV Beltershausen. Heute spielt er nicht mehr, besucht aber regelmäßig die Vereinsspiele und hält darüber hinaus als langjähriger Fan dem FC Schalke die Treue.

Neben Fußball, Wandern und Radfahren hält sich Heinz-Jürgen Britschock auch im Fitnessstudio oder in der Sauna gesund und fit, ist so gut wie nie krank, erzählt er stolz. „Sport ist mir einfach wichtig“, betont er.

von Ina Tannert

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