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170 Menschen demonstrieren gegen Homophobie

Thema Lokschuppen 170 Menschen demonstrieren gegen Homophobie

Eine zügige Sanierung des Lokschuppens droht zu platzen. Die Investoren haben den Magistrat gebeten, die Abstimmung über die Nutzungskonzepte zu verschieben. Ziel: Kooperation der Bieter - samt „Christus-Treff“.

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Der Demonstrationszug zieht am Dienstag durch Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Wochenlang waren es Gerüchte, nun ist es offenbar Realität: Christmann + Pfeifer (C+P) möchte weniger als Betreiber denn als Baufirma für Optik Schneider tätig werden - so, wie aktuell bei der Stammsitzerweiterung des Fronhäuser Optikunternehmens (OP berichtete).

In den nächsten zwei Monaten wollen sich die Interessenten, so geht es aus einem Brief an den Magistrat, der der OP vorliegt, hervor, abstimmen und ein mögliches Gesamtkonzept entwickeln. In dem Brief an die Stadtspitze äußert C+P, dass die „neuerlich erweiterten Bedingungen die Nutzung des Areals betreffend über das Maß hinausgehen, das C+P als Projektentwickler gewillt ist, einzugehen“. Firma Schneider hingegen strebe den langfristigen Besitz der Immobilie an. Ob dem Aufschubwillen der Investoren entsprochen wird, soll laut Magistrat der Ältestenrat am Donnerstag entscheiden.

Schneider will laut des Briefinhalts als Investor die drei geplanten Bereiche Eventraum, Freiraum und Kreativraum umsetzen - und die Ankermieter von C+P in den Kreativbereich, das Gründerzentrum integrieren. Der Veranstaltungsraum, bei C+P einst als Kalthalle geplant, soll nun - wie bei Schneiders Ursprungsvorhaben - als Warmhalle gebaut werden.

Ein gemeinsames Konzept von C+P , Firma Schneider und „Christus-Treff“ (CT) sähe „in jedem Fall die Integration des CT vor“, der das Werkstattgebäude sanieren und für Kinder- und Jugendangebote nutzen will, heißt es in einem Schreiben der Investoren an den Magistrat, das der OP vorliegt.

An einer Protestkundgebung gegen den Christus-Treff nahmen gestern rund 200 Demonstranten teil. „Wir hoffen, dass die Stadtverordneten sich gegen das Konzept entscheiden, das den CT integriert“, sagte Organisatorin Julia Flechtner (zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass Schneider und C+P dem Christus-Treff die Räumlichkeiten auf dem Waggonhallengelände zugestehen wollen).

Unterschiedliches Stimmverhalten zeichnet sich ab

„Wir kritisieren, dass der CT sich nicht distanziert von den homofeindlichen Positionen seiner Partner wie zum Beispiel der Offensive Junger Christen, die Homosexualität als einen Makel ansehen. Diese respektlose Behandlung können wir in Marburg nicht dulden“, betonte Flechtner, die selbst Theologin ist. Mit Regenbogenfahnen und Anti-Homophobie-Plakaten zogen die Protestler vom Elisabeth-Blochmann-Platz durch die Stadt bis zum Marktplatz. Dort sprach auch Dekan Burkhard zur Nieden. „Auch am CT gibt es Dinge, die kritikwürdig sind. Ich fände es schön, wenn die Versuche, miteinander zu sprechen, ausgeprägter wären“, sagte er im Gespräch mit der OP.

Zuletzt bestätigte C+P, Gespräche sowohl mit Schneider als auch mit dem in der Vorauswahl gescheiterten Lokschuppen-Verein zu führen - von einer Integration eines Museums, wie es der Verein vorhatte, ist in dem Schreiben an den Magistrat keine Rede.

In der Zimt zeichnete sich ein unterschiedliches Stimmverhalten von SPD, BfM und CDU zum bevorzugten Lokschuppen-Nutzungskonzept ab.

von Björn Wisker
und Nadine Weigel

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Lokschuppen-Sanierung
Der Lokschuppen an der Waggonhalle in Marburg. Foto: Thorsten Richter

Die Entscheidung zum Lokschuppen-Verkauf könnte auf Spätsommer verschoben werden, da die Bieterkonkurrenten an einer Kooperation feilen. Der "Christus Treff" erhält nach OP-Informationen eine Garantie auf die Räume im Werkstattgebäude.

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