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1500 Menschen werden versorgt

Aufnahmestopp bei Marburger Tafel 1500 Menschen werden versorgt

Die Marburger Tafel kann bis Oktober keine neuen Kunden mehr aufnehmen - während der Semesterferien erhält sie weniger Ware zum Verteilen.

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Mitarbeiterinnen der Marburger Tafel sortieren Lebensmittel in der Ausgabestelle in der Ernst-Giller-Straße.

Quelle: Till Conrad

Marburg. Tafel-Vorsitzende Rita Vaupel ist empört über Meldungen in verschiedenen hessischen Radiosendern. Dort war gemeldet worden, dass die Marburger Tafel wegen der hohen Zahl an Flüchtlingen, die durch die Tafel versorgt werden, keine anderen Kunden mehr bedienen kann.

„Das ist völliger Unsinn und entbehrt jeglicher Grundlage“, sagte Vaupel. Richtig sei, dass die Tafel ihre Kapazitäten erst jüngst auf 1500 Menschen erhöht habe - mehr seien während der Öffnungszeiten nicht zu bedienen. Darunter seien - einschließlich der Aussenstelle in Bad Endbach - etwa 90 Flüchtlingsfamilien mit etwa 220 Einzelpersonen.

Dabei handele es sich ausschließlich um Flüchtlinge, die hier fest wohnen. Für die Versorgung der Menschen, die im Zeltcamp in Cappel wohnten, sei das Regierungspräsidium in Gießen zuständig. Hier könne es allenfalls in Einzelfällen sein, dass einzelne Geschäfte mal etwas, beispielsweise frisches Obst, im Camp abgeben.

Die Marburger Tafel erlässt durchschnittlich zwei Mal im Jahr einen Aufnahmestopp für Kunden, sagt Rita Vaupel und spricht insofern von einem „ganz normalen Vorgang.“ In Marburg gebe es mehr Hilfebedürftige, als die Tafel versorgen könne. Kunden dürfen deswegen ein Jahr bei der Marburger Tafel Lebensmittel abholen und müssen dann ein Jahr aussetzen. „Damit jeder dran kommt“, sagt Vaupel.

Sie rechnet damit, dass die Tafel mit dem Ende der Semesterferien wieder deutlich mehr Lebensmittel zur Verteilung erhält, außerdem würden Plätze für neue Kunden frei. Der derzeitige Aufnahmestopp gelte deswegen nur bis Mitte Oktober.

Der Sprecher der hessischen Tafeln, der Wetzlarer Tafel-Vorsitzende Diakon Harald Würges, hatte Lieferschwierigkeiten und Aufnahmestopps einiger Tafeln mit der hohen Zahl von Flüchtlingen begründet. „Mit mir hat er nicht gesprochen“, sagt Rita Vaupel.

von Till Conrad

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