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150 neue Parkplätze am Pilgrimstein?

Stadtwerke halten Erweiterung für möglich 150 neue Parkplätze am Pilgrimstein?

Mit einem Schlag könnten die Diskussionen um mangelnden Parkraum in der Innenstadt der Vergangenheit angehören, wenn das Parkhaus Pilgrimstein erweitert werden würde.

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Eine Erweiterung des Parkhauses am Pilgrimstein könnte bis 150 zusätzliche Parkplätze bringen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren der OP auf Anfrage mitteilte, könnten 140 bis 150 Parkplätze entstehen, wenn das Parkhaus Pilgrimstein nach Norden hin, also Richtung Elisabethkirche, erweitert werden würde. Technisch sei dies möglich, sagte Schüren. Das hätten die Stadtwerke im Auftrag von Oberbürgermeister und Nahverkehrsdezernent Dr. Thomas Spies (SPD) untersucht. Spies bestätigte, dass er die Stadtwerke um eine solche Untersuchung gebeten habe.

Die Stadtwerke-Pläne, die der OP als Skizze vorliegen, sehen abgesehen von punktuellen Bohrungen keine Eingriffe in den Felsen zur Oberstadt vor – ein klarer Vorteil gegenüber der Variante einer Erweiterung des Parkhauses nach Süden. Schüren sagte, ab dem zweiten Geschoss des Parkhauses könnten die jeweils rechts der Auffahrt liegenden Geschosse (die mit den geraden Geschosszahlen) erweitert werden.

Kosten: 3 bis 4 Millionen Euro

Den Stadtwerke-Plänen zufolge wäre dies in den Geschossen zwei und vier in Richtung Pilgrimstein möglich, in den Geschossen 6 bis 12 auch in Richtung Berg. Der große Vorteil eines reinen Anbaus, so Schüren: Die vorhandenen Auffahrten könnten unverändert genutzt werden. „Damit wird das Vorhaben deutlich billiger als andere Überlegungen.“

Schüren schätzt die Baukosten auf drei bis vier Millionen Euro. Ihm schwebt vor, einen Teil der Parkplätze an Dauermieter zu vergeben – dabei aber eine Regelung zu treffen, die tagsüber die Nutzung auch für Kurzparker ermöglicht, wenn der eigentliche Mieter den Platz nicht beansprucht.

Die Warteliste für einen Platz im Parkhaus Pilgrimstein sei außerordentlich lang, noch immer gebe es Oberstadtbewohner, die keinen Dauerparkplatz im Parkhaus hätten und nicht wüssten, wo sie nachts ihren Pkw abstellen sollen. Der andere Teil der zusätzlichen Parkplätze soll ausschließlich als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden, so die Vorstellung des Stadtwerke-Geschäftsführers.

Frühere Erweiterungspläne 
wurden 2014 kassiert
Schon im Jahr 2013 hatte der damalige Oberbürgermeister Egon Vaupel die Erweiterung des Parkhauses Pilgrimstein nach Norden ins Gespräch gebracht. Später wurden die Pläne aber kassiert, vor allem mit der Begründung, eine Erweiterung des Parkhauses nach Norden berge die Gefahr einer „Schluchtenbildung“ für den Pilgrimstein, da auf der anderen Seite das (inzwischen fertiggestellte) Gebäude des Deutschen Sprachatlas gleichfalls eine hohe Fassade zur Straße hin aufweist.

Vaupel hatte kurz darauf ein Parkraumkonzept vorgelegt, das die Erweiterung des Parkhauses Pilgrimstein ausdrücklich nicht vorsieht: „Das Parkhaus Pilgrimstein soll nicht für Dauerparker ausgebaut werden; auf einen Ausbau in Richtung Norden muss aus Stadtbildgründen verzichtet werden“, hieß es Anfang 2014 in dem Thesenpapier. Stattdessen hatte Vaupel eine Erweiterung des Parkplatzes nach Süden, also Richtung Rudolphsplatz, ins Gespräch gebracht, um in dem „Neubau“ Fahrräder unterbringen zu können.

Spies wiederum hatte laut darüber nachgedacht, ob man den Erweiterungsbau nach Norden nicht als Stapelparkhaus bauen könne; will heißen: ein Parkhaus, in dem Autos wie in einem Hochregallager aufbewahrt werden, bis der Besitzer sie am Eingang wieder abholt.

Thema im Stadtparlament

Ähnliche Pläne hatte der OB für die Bebauung des Uni-Parkplatzes neben dem Hörsaalgebäude geäußert – sie lassen sich an diesem Standort nicht realisieren, weil unterhalb des Bodens wichtige Versorgungsleitungen liegen. Schüren favorisiert für den Pilgrimstein dagegen die einfache Verlängerung der Parkdecks. Das sei billiger als ein Stapelparkhaus, sagte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Auch das Stadtparlament wird sich nach Lage der Dinge mit dem Thema beschäftigen. Der Antrag von SPD und BfM, der für die nächste Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses geplant ist, der Magistrat möge die Erweiterung des Parkhauses Pilgrimstein prüfen lassen, ist zwar erledigt, weil das Prüfergebnis bereits vorliegt. Interessant ist aber die Begründung von SPD und BfM: Mit der Absage für den Ausbau des Parkplatzes an der alten UB werde „der langjährigen Planung für den ruhenden Verkehr in Zusammenhang mit der Errichtung der ZUB und der Neugestaltung des Erwin-Piscator-Hauses die Grundlage entzogen“.

SPD und BfM streben eine „Angebotsverbesserung an innerstädtischen Park- und Fahrradparkplätzen“ an. Die alte Koalition aus SPD und Grünen hatte die Schaffung von zusätzlichen Parkplätzen in der Kernstadt stets abgelehnt.

von Till Conrad

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